{"id":11240,"date":"2017-08-25T20:58:09","date_gmt":"2017-08-25T18:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?page_id=11240"},"modified":"2018-04-28T09:06:36","modified_gmt":"2018-04-28T07:06:36","slug":"1918-1933","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?page_id=11240","title":{"rendered":"1918 &#8211; 1933: Die K\u00f6lner DFG in der Weimarer Republik"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Guido Gr\u00fcnewald. Aktualisierte<\/em><em>\u00a0Fassung vom 28.4.2018.<\/em><\/p>\n<p>Der Sturz der Monarchie und der \u00dcbergang zur parlamentarischen Demokratie nach der\u00a0Novemberrevolution 1918 hatten auch in der DFG deutliche Ver\u00e4nderungen zur Folge. Die b\u00fcrgerlich-katholischen Kr\u00e4fte um Paul Esch zogen sich zur\u00fcck.<\/p>\n<div id=\"attachment_12050\" style=\"width: 326px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-8-Foto-H.-Meuter-News-Review.-The-First-British-Newsmagazine.-August-2-1945-KAV-43096.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12050\" class=\"wp-image-12050\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-8-Foto-H.-Meuter-News-Review.-The-First-British-Newsmagazine.-August-2-1945-KAV-43096-611x1024.jpg\" alt=\"Eine etwas unscharfe Schwarzwei\u00dffotografie aus einer Zeitschrift einer jungen Frau mit zur\u00fcckgebundenen welligen Haaren, die freundlich und ernst zugleich in die Kamera blickt.\" width=\"316\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-8-Foto-H.-Meuter-News-Review.-The-First-British-Newsmagazine.-August-2-1945-KAV-43096-611x1024.jpg 611w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-8-Foto-H.-Meuter-News-Review.-The-First-British-Newsmagazine.-August-2-1945-KAV-43096-768x1287.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-8-Foto-H.-Meuter-News-Review.-The-First-British-Newsmagazine.-August-2-1945-KAV-43096.jpg 862w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12050\" class=\"wp-caption-text\">Hanna Meuter. Quelle: News Review. The First British Newsmagazine, August 2, 1945; mit freundlicher Genehmigung des Kreisarchivs Viersen (Bild Nr. 43096).<\/p><\/div>\n<p>Das Ruder \u00fcbernahmen vornehmlich sozialdemokratisch orientierte Menschen, die entweder bereits vor dem Krieg pazifistischen Gedanken nahe gestanden hatten oder durch die Kriegserlebnisse desillusioniert waren. Eine herausragende Rolle spielten Karl Meuter<sup>1<\/sup>, der vor allem organisatorisch t\u00e4tig war, und seine Tochter Hanna<sup>2<\/sup>, die w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teil der 1920er Jahre Vorsitzende der Gruppe war.<\/p>\n<p>Im Vorstand arbeitete ab 1921 auch der Schriftsteller Paul Therstappen<sup>3\u00a0<\/sup>mit. Zu den weiteren namentlich bekannten Aktiven z\u00e4hlten die Lehrer Ahrends und Lerschmacher, die Lehrerin Kliehn, Studienrat Friedrich, der Schauspieler Held, die Herren Betzler, Dr. Bl\u00f6mers und Kahn sowie der Kaufmann Max Heinig.<\/p>\n<p>F\u00fcr die ersten Nachkriegsjahre ist eine rege T\u00e4tigkeit der K\u00f6lner DFG-Gruppe belegt. Sie arbeitete u. a. mit dem \u201eroten Pfarrer\u201c Georg Fritze und dem von ihm initiierten \u201eBund religi\u00f6ser Sozialisten K\u00f6ln\u201c zusammen.<sup>4\u00a0<\/sup>Vermutlich aus dem Kontakt mit Fritze resultierte die Mitgliedschaft der Gro\u00dfb\u00fcrgerin und Qu\u00e4kerin Asta Br\u00fcgelmann ab 1925.<sup>5\u00a0<\/sup>\u00dcber Hanna Meuters T\u00e4tigkeit in der st\u00e4dtischen Volksbildung ergab sich der Kontakt zu Paul Honigsheim, Leiter der Volkshochschule K\u00f6ln und herausragender Soziologe, der in pazifistischen Zeitschriften publizierte und Vortr\u00e4ge hielt.<sup>6\u00a0<\/sup><\/p>\n<p>In der praktischen Arbeit lassen sich drei Kernthemen identifizieren: \u201e<strong>Pazifismus und Sozialismus<\/strong>\u201c lautete der Titel einer \u00f6ffentlichen Versammlung der Gruppe im Oktober 1920. Im Monat zuvor hatte Hanna Meuter bei einer gro\u00dfen Kundgebung der Unabh\u00e4ngigen Sozialistischen Partei Deutschlands (USPD) \u201ef\u00fcr Sowjetrussland\u201c (westliche Staaten erwogen im damaligen B\u00fcrgerkrieg eine Intervention zugunsten der gegenrevolution\u00e4ren Kr\u00e4fte), auf der \u201epazifistische Illusionen und Trugschl\u00fcsse\u201c heftig angeprangert wurden, beherzt widersprochen und pazifistische Wege aufgezeigt. 1922 versuchte sie auf einem Diskussionsabend den K\u00f6lner Jungsozialisten die Ideenwelt des Pazifismus n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Abr\u00fcstung<\/strong> war ein weiteres Kernthema. Notwendig sei daf\u00fcr auch eine \u201egeistige Abr\u00fcstung\u201c, so Hanna Meuter in einem Vortrag im November 1921:<\/p>\n<blockquote><p>Es gilt: abzur\u00fcsten, niederzurei\u00dfen jede geistige Schranke, Grenze, die bislang die Menschen feindlich voneinander trennte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als Mittel zu diesem Ziel sah sie vor allem \u201e<strong>echte Bildung<\/strong>\u201c. Damit ist das dritte Kernthema genannt: Im M\u00e4rz 1920 richtete die K\u00f6lner DFG eine Petition an das \u00fcbergeordnete Ministerium und die K\u00f6lner Schulbeh\u00f6rde, in der sie eine Erziehung der Jugend im Geist der V\u00f6lkervers\u00f6hnung und eine entsprechende Ausrichtung der Lehrerbildung sowie der Schulb\u00fccher forderte.<sup>\u00a0<\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_12052\" style=\"width: 491px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/fullsizeoutput_949.jpeg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12052\" class=\" wp-image-12052\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/fullsizeoutput_949-1024x756.jpeg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/fullsizeoutput_949-1024x756.jpeg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/fullsizeoutput_949-768x567.jpeg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/fullsizeoutput_949.jpeg 1086w\" sizes=\"auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12052\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;An das Ministerium (&#8230;) hat darum die Ortsgruppe K\u00f6ln der Deutschen Friedensgesellschaft folgende Antr\u00e4ge gestellt (&#8230;)&#8220;. Rheinische Zeitung vom 9. M\u00e4rz 1920<\/p><\/div>\n<p>Kurz zuvor hatte die Gruppe gemeinsam mit der Ortsgruppe des Bundes freier Schulen eine Kundgebung \u201egegen den monarchistischen Schund in den neuen Volksschulleseb\u00fcchern\u201c veranstaltet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hanna Meuter war die freie, d.h. interkonfessionelle Schule die beste Plattform f\u00fcr eine pazifistische Erziehung,<\/p>\n<blockquote><p>die den Menschen lehrt, dass die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Nation wohl etwas Sch\u00f6nes und Gro\u00dfes ist, dass es aber dar\u00fcber hinaus noch H\u00f6heres gibt: die Menschheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr konservativ-reaktion\u00e4re Kr\u00e4fte betrieb sie damit \u201edie Entchristlichung des Volkes\u201c.\u00a0 Auf Dr\u00e4ngen der SPD beschloss der Rat der Stadt K\u00f6ln im April 1921, f\u00fcnf freie Schulen einzurichten.<\/p>\n<div id=\"attachment_12053\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-14-Dokument-Literarischer-Abend-Nov-1925.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12053\" class=\"wp-image-12053\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-14-Dokument-Literarischer-Abend-Nov-1925-658x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-14-Dokument-Literarischer-Abend-Nov-1925-658x1024.jpg 658w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-14-Dokument-Literarischer-Abend-Nov-1925-768x1195.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-14-Dokument-Literarischer-Abend-Nov-1925.jpg 1594w\" sizes=\"auto, (max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12053\" class=\"wp-caption-text\">Die Gruppe f\u00fchrte in den 1920er Jahren auch kulturelle Veranstaltungen durch. Das Dokument der Ank\u00fcndigung eines Literarischen Abend am 23.11.1925 im K\u00f6lner G\u00fcrzenich wurde freundlicherweise von Dr. Berndt Goossens aus Nettetal-Breyell zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr die folgenden Jahre liegen nur sp\u00e4rliche Informationen vor.\u00a0Am 19. M\u00e4rz 1924 sprengten rechtsradikale Jugendliche eine pazifistische Versammlung im G\u00fcrzenich. 1926 gelang es KPD und SPD in einer gemeinsamen Aktion (allerdings bei getrennten Werbeveranstaltungen, ansonsten bek\u00e4mpften sich beide Parteien erbittert), \u00a088.473 Stimmen, d.h. 31% der Wahlberechtigten, f\u00fcr das Volksbegehren gegen die F\u00fcrstenabfindung zu mobilisieren.<sup>7\u00a0<\/sup>Die DFG war hierbei wie auf Reichsebene wahrscheinlich auch in K\u00f6ln aktiv.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis der K\u00f6lner DFG zur SPD wurde allerdings zunehmend schwierig. Die K\u00f6lner Gruppe schloss sich im Februar 1924 dem Westdeutschen Landesverband (WLV) der DFG an, der im Unterschied zum gem\u00e4\u00dfigten, auf parlamentarische Mehrheiten abzielenden Kurs der DFG-Gesch\u00e4ftsleitung in Berlin auf einen \u201ek\u00e4mpferischen Pazifismus\u201c setzte, der Nationalisten, Militaristen und Nationalsozialisten selbstbewusst und offensiv gegen\u00fcbertrat.<\/p>\n<p>Karl Meuter versuchte im Juni 1926 und im M\u00e4rz 1927 in zwei Briefen an den Anf\u00fchrer der oberrheinischen Sozialdemokratie Wilhelm Sollmann vergeblich, den sich ausweitenden Spalt zwischen WLV und SPD zu \u00fcberbr\u00fccken. Als die SPD 1928 im Rahmen einer Koalitionsregierung dem Bau des Panzerkreuzers A zustimmte, verlie\u00df Hanna Meuter, die fr\u00fcher aktiv in der SPD mitgearbeitet und sich in einem \u00f6ffentlichen Aufruf gegen den Panzerkreuzer ausgesprochen hatte, entt\u00e4uscht die Partei.<sup>6<\/sup><\/p>\n<p>Der WLV, der bereits 1924 eine Kampagne gegen die NSDAP durchgef\u00fchrt hatte, startete im Herbst 1929 erneut eine Veranstaltungsinitiative, meist vor vollen S\u00e4len. In K\u00f6ln sprach der WLV-Vorsitzende Fritz K\u00fcster am 1. Dezember 1929 in den Kammerlichtspielen S\u00fclz \u00fcber \u201eStahlhelm und Hakenkreuz sind Deutschlands Untergang\u201c. Einen Tag sp\u00e4ter berichtete Freiherr Paul von Schoenaich im Volkshaus in der Severinstra\u00dfe \u00fcber seinen Weg vom preu\u00dfischen General zum Pazifismus. Beide riefen zum entschiedenen Widerstand gegen die NSDAP auf\u00a0 und forderten die Arbeiterparteien zur Bildung einer gemeinsamen Abwehrfront auf. Wie wir wissen, vergeblich.<\/p>\n<p>Allerdings f\u00fchrte der radikal-k\u00e4mpferische Kurs des WLV nicht nur auf Reichsebene zur Abspaltung der gem\u00e4\u00dfigten Pazifisten, sondern hatte auch in K\u00f6ln laut dem Bericht eines Polizeispitzels vom 30. Juli 1929 die Spaltung und zumindest zeitweilige Lahmlegung der Gruppe zur Folge. \u00dcber die Zeit bis zum Verbot der Organisation im M\u00e4rz 1933 liegen keine Informationen vor.<\/p>\n<hr \/>\n<p><sup>1<\/sup>Karl Meuter (1863-1944[?]), Postbeamter, war im April 1897 Mitgr\u00fcnder der DFG-Gruppe D\u00fcsseldorf. Im M\u00e4rz 1899 zog die Familie nach K\u00f6ln. Karl Meuter ist hier offenbar erst nach dem 1. Weltkrieg wieder in der DFG aktiv geworden.<\/p>\n<p><sup>2<\/sup>Hanna Meuer (1889-1964), Dr. phil, hatte bereits vielf\u00e4ltige berufliche Erfahrungen (u.a. als Lyzealdirektorin der Evangelischen H\u00f6heren T\u00f6chterschule in K\u00f6ln-Kalk; sie bekleidete als erste Frau in Deutschland eine derartige Funktion) gesammelt, als sie 1921-1928 Fachreferentin f\u00fcr das K\u00f6lner Volksbildungswesen wurde. 1928-1933 leitete sie die K\u00f6lner Universit\u00e4ts- und Stadtbibliothek.\u00a0Meuter promovierte 1924 nebenher und wurde 1926 als eine der ersten Frauen in die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Soziologie aufgenommen; ihr Habitilationsverfahren wurde kurz vor dem Abschluss ausgesetzt. Meuter, die dennoch weiter soziologisch forschte und publizierte, wurde 1933 ohne Bez\u00fcge entlassen und schlug sich in der NS-Zeit mit freiberuflichen Arbeiten durch. Nach 1945 war sie in Kontakt mit der DFG und dem Vers\u00f6hnungsbund und hielt Vortr\u00e4ge, musste aber 1948 aufgrund eines schweren Sturzes derartige Aktivit\u00e4ten aufgeben.<\/p>\n<p><sup>3<\/sup>Paul Therstappen (1872-1949), Dr. phil., zog 1921 von M\u00f6nchengladbach nach K\u00f6ln und war dort bis 1934 an der Stadtbibliothek besch\u00e4ftigt. Der Erz\u00e4hler und Lyriker publizierte auch in niederrheinischer Mundart.<\/p>\n<p><sup>4<\/sup>Georg Fritze (1874-1939), SPD-Mitglied, hatte bereits im 1. Weltkrieg im pazifistischen Sinn gepredigt. In der Weimarer Republik arbeitete er mit diversen pazifistischen Organisationen zusammen, trat f\u00fcr Abr\u00fcstung und Kriegsdienstverweigerung ein und war an der Gr\u00fcndung des deutschen Zweigs der \u201eInternationalen Liga antiimperialistischer Pfarrer\u201c beteiligt. Als Mitglied der Bekennenden Kirche verweigerte Fritze den von der Kirchenleitung verlangten Treueid auf Hitler; die Zwangspensionierung versetzt seiner angeschlagenen Gesundheit einen t\u00f6dlichen Schlag.<\/p>\n<p><sup>5<\/sup>Asta Br\u00fcgelmann (1893-1969) war mit dem Inhaber des Textilunternehmens Br\u00fcgelmann &amp; S\u00f6hne verheiratet. Sie war gegen Ende der Weimarer Republik auch in Frauenfriedensorganisationen t\u00e4tig.<\/p>\n<p><sup>6<\/sup>Paul Honigsheim (1885-1963), SPD-Mitglied, war seit 1919 am Institut f\u00fcr Soziologie an der Universit\u00e4t K\u00f6ln t\u00e4tig und \u00fcbernahm 1921 zus\u00e4tzlich die Leitung der st\u00e4dtischen Volkshochschule.\u00a0 1933 floh er \u00fcber Genf nach Paris, lehrte 1936-38 an der Universit\u00e4t Panama und schlie\u00dflich bis zu seinem Tod an der Michigan State University.<\/p>\n<p><sup>7<\/sup>Im Anschluss an einen Gesetzentwurf der KPD wurde die entsch\u00e4digungslose Enteignung der F\u00fcrsten, die bis 1918 in einem der deutschen L\u00e4nder regiert hatten, gefordert. Der Ansto\u00df f\u00fcr eine gemeinsame Kampagne der beiden Arbeiterparteien ging vom Deutschen Friedenskartell aus, einem Zusammenschluss pazifistischer Organisationen.<\/p>\n<p><sup>6<\/sup>Die SPD hatte den Wahlkampf zur Reichstagswahl im Mai 1928 mit der Parole \u201eF\u00fcr Kinderspeisung \u2013 gegen Panzerkreuzer\u201c bestritten und erhebliche Stimmen dazu gewonnen. Unter dem Druck der Koalitionspartner stimmten die SPD-Minister und Reichskanzler M\u00fcller (SPD) dem Panzerkreuzerbau anschlie\u00dfend zu. Hanna Meuter hatte den \u201eAufruf deutscher K\u00fcnstler und Geistesarbeiter gegen Panzerkreuzer\u201c unterzeichnet, der in der Zeitung \u201eWelt am Abend\u201c am 3. Oktober 1928 ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido Gr\u00fcnewald. Aktualisierte\u00a0Fassung vom 28.4.2018. Der Sturz der Monarchie und der \u00dcbergang zur parlamentarischen Demokratie nach der\u00a0Novemberrevolution 1918 hatten auch in der DFG deutliche Ver\u00e4nderungen zur Folge. 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