{"id":11242,"date":"2017-08-25T21:07:59","date_gmt":"2017-08-25T19:07:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?page_id=11242"},"modified":"2018-05-14T20:54:45","modified_gmt":"2018-05-14T18:54:45","slug":"dfg-in-koeln-nach-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?page_id=11242","title":{"rendered":"1945 &#8211; 1989: Kriegsdienstverweigerung und Kalter Krieg in K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Guido Gr\u00fcnewald. Aktualisierte Fassung vom 30.4.2018.<\/em><\/p>\n<h4>Die DFG nach 1945<sup>1<\/sup><\/h4>\n<p>Unter F\u00fchrung des bereits vor 1933 aktiven Max Heinig<sup>2\u00a0<\/sup>nahm die DFG im Winter 1945\/46 ihre Arbeit wieder auf. Von 30 Menschen wuchs die Mitgliederzahl bis 1949 auf 250. Erster H\u00f6hepunkt war im Oktober 1947 der Besuch von vier holl\u00e4ndischen Friedensaktivisten, von denen drei jahrelang im KZ gelitten hatten. Sie versprachen, sich f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung zwischen dem holl\u00e4ndischen und deutschen Volk einzusetzen, eine gro\u00dfz\u00fcgige und mutige Geste angesichts der damaligen internationalen Isolierung Deutschlands.<\/p>\n<div id=\"attachment_12064\" style=\"width: 335px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-22-Foto-GdW-Autokorso-1956.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12064\" class=\" wp-image-12064\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-22-Foto-GdW-Autokorso-1956-737x1024.jpg\" alt=\"Zwei junge M\u00e4nner in dunklen Anz\u00fcgen sitzen in einem alten Cabrio, \u00fcber dessen Windschutzscheibe ein Plakat befestigt ist mit der Aufschrift: &quot;Gruppe der Wehrdienstverweigerer e. V. Zweiggruppe K\u00f6ln.&quot; Unter einem skizzierten Bismarck-Kopf steht &quot;Milit\u00e4r? NEIN!&quot; Hinter dem Plakat steht ein weiterer Mann im Wagen, der eine Totensch\u00e4delmaske tr\u00e4gt.\" width=\"325\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-22-Foto-GdW-Autokorso-1956-737x1024.jpg 737w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-22-Foto-GdW-Autokorso-1956-768x1067.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-22-Foto-GdW-Autokorso-1956.jpg 1348w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12064\" class=\"wp-caption-text\">Autokorso der Gruppe der Wehrdienstverweigerer 1956 in K\u00f6ln. Foto: n.b.<\/p><\/div>\n<p>Ab 1949 bis zu den Wehrgesetzen 1956 stand der Kampf gegen die Wiederaufr\u00fcstung im Vordergrund.<sup>3\u00a0<\/sup>In den Motiven war die DFG mit den sp\u00e4ter entstehenden Schwesterorganisationen weitgehend einig: Furcht vor einem Wiederaufleben des Militarismus; ein milit\u00e4risches Westb\u00fcndnis mache die deutsche Wiedervereinigung unm\u00f6glich; Ablehnung der Wehrpflicht. Die DFG f\u00fchrte ihren Abwehrkampf mit Resolutionen und gut besuchten \u00f6ffentlichen Kundgebungen, oft in Zusammenarbeit mit anderen Friedensgruppen wie dem Vers\u00f6hnungsbund oder den Qu\u00e4kern. Au\u00dferdem organisierte sie \u00f6ffentliche Versammlungen zu politischen Themen.<\/p>\n<p>In der anschwellenden Protestbewegung gegen atmosph\u00e4rische Atomtests und die atomare Ausr\u00fcstung der Bundeswehr nahmen am 9. August 1958 auch zahlreiche Ratsmitglieder von FDP und SPD an einer DFG-Mahnveranstaltung im Rathaus teil. 1959 besch\u00e4ftigte sich die DFG mit dem Algerienkrieg und lud nicht nur Hans-J\u00fcrgen Wischnewski<sup>4<\/sup>, sondern auch einen Vertreter der algerischen Befreiungsbewegung ein. Verschiedene Vortr\u00e4ge mit Kirchenpr\u00e4sident Martin Niem\u00f6ller zogen mehrere Hundert Zuh\u00f6rer an; weitere Vortr\u00e4ge behandelten Themen wie \u201e\u00d6l und Weltpolitik\u201c oder \u201ePolitische Strafjustiz\u201c. Ein H\u00f6hepunkt der DFG-Aktivit\u00e4ten war das Internationale Forum \u201eEntspannung und Sicherheit in Europa durch Vertr\u00e4ge und R\u00fcstungsbeschr\u00e4nkungen\u201c am 16. Juli 1966, auf dem vor 800 Zuh\u00f6rern in der Stadthalle M\u00fclheim Vertreter aus Polen, \u010cSSR, DDR, Holland und Frankreich \u00fcber Wege zur Ost-West-Verst\u00e4ndigung diskutierten. Die DFG \u00fcberaltete jedoch zunehmend, da sie keinen Nachwuchs gewann; 1962 unter dem neuen Vorsitzenden Roland Kurtz war die Mitgliederzahl auf 62 geschrumpft.<\/p>\n<h4>Gruppe der Wehrdienstverweigerer, Verband der Kriegsdienstverweigerer und Internationale der Kriegsdienstgegner<\/h4>\n<div id=\"attachment_12065\" style=\"width: 398px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-25-Foto-VK-K\u00f6ln-Aktion-Jg-22-24.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12065\" class=\"wp-image-12065\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-25-Foto-VK-K\u00f6ln-Aktion-Jg-22-24-1024x730.jpg\" alt=\"\" width=\"388\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-25-Foto-VK-K\u00f6ln-Aktion-Jg-22-24-1024x730.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-25-Foto-VK-K\u00f6ln-Aktion-Jg-22-24-768x547.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-25-Foto-VK-K\u00f6ln-Aktion-Jg-22-24.jpg 1836w\" sizes=\"auto, (max-width: 388px) 100vw, 388px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12065\" class=\"wp-caption-text\">Protestaktion der VK-Gruppe im Oktober 1959 gegen die geplante Erfassung des (Stalingrad)Jahrgangs 1922. Vorsichtshalber formulierten die Protestierenden, die von Aktiven der D\u00fcsseldorfer VK-Gruppe unterst\u00fctzt wurden, ihr Nein auch f\u00fcr die n\u00e4chstfolgenden Jahrg\u00e4nge 1923 und 1924. Foto: n. b.<\/p><\/div>\n<p>Das lag vor allem daran, dass die DFG dem Thema Kriegsdienstverweigerung (KDV) wenig Beachtung schenkte. KDV war aber etwas, was gerade J\u00fcngere angesichts sich abzeichnender deutscher Streitkr\u00e4fte als individuell nutzbare Aktionsform interessierte.<sup>5\u00a0<\/sup>Aus aktiven Kreisen der Jungsozialisten, Falken und Gewerkschaftsjugend entstand im September 1953 die Gruppe K\u00f6lner Wehrdienstverweigerer (GKW; 1954 nach bundesweiter Ausdehnung in GdW = Gruppe der Wehrdienstverweigerer umbenannt). Sie wollte die Wehrpflicht und die Aufstellung einer deutschen Armee durch massenhafte KDV verhindern.<\/p>\n<p>Die Gruppe handelte pragmatisch ohne tiefergehende pazifistische Grunds\u00e4tze: Mit lockeren Spr\u00fcchen (\u201eNicht f\u00fcr Dollar, nicht f\u00fcr Rubel, fort mit dem Kasernentrubel\u201c) und neuen Aktionsformen (plakatierter Autokorso, Gedenkfeier in einer Kirchenruine)<sup>\u00a0<\/sup>erregte sie anfangs gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit. 1955\/56 protestierte sie gemeinsam mit dem Arbeiterjugendkartell (Falken, Jusos, Naturfreunde) mit Gro\u00dfkundgebungen und Demonstrationen gegen die Wiederaufr\u00fcstung.<\/p>\n<p>Im August 1958 organisierte die jetzige VK-Gruppe<sup>6 \u00a0<\/sup>vor einer Raketenattrappe eine sechst\u00e4gige Atommahnwache auf dem Rudolfplatz und sammelte 15.000 Unterschriften unter eine Petition. Die Petition lautete:<\/p>\n<blockquote><p>Der Deutsche Bundestag m\u00f6ge alle erforderlichen Ma\u00dfnahmen ergreifen, damit 1. die Bundeswehr nicht mit atomaren Waffen ausger\u00fcstet wird, 2. keine atomaren Waffen auf dem Gebiet der Bundesrepublik hergestellt oder gelagert werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit einem Autokorso protestierte der VK im Oktober 1959 gegen die geplante Erfassung des (Stalingrad)Jahrgangs 1922.<sup>7<\/sup><\/p>\n<p>Als Kennedy im Juli 1963 K\u00f6ln besuchte, forderten VK-Aktive den Abzug der US-Atomwaffen aus der Bundesrepublik. 1965 protestierte die Gruppe, die zwischen 100 und 200 Mitgliedern z\u00e4hlte, vor der US-Botschaft in Bad Godesberg gegen die Kriegf\u00fchrung in Vietnam.<sup>8<\/sup>\u00a0Im Gewerkschaftshaus bot sie regelm\u00e4\u00dfig Beratungen f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer (KDVer) an.<\/p>\n<div id=\"attachment_12066\" style=\"width: 805px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-26-Foto-Mai-65-Vietnamdemo-VK-D\u00fcsseldorf-und-K\u00f6ln-vor-US-Botschaft-Bonn-mg015.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12066\" class=\"wp-image-12066\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-26-Foto-Mai-65-Vietnamdemo-VK-D\u00fcsseldorf-und-K\u00f6ln-vor-US-Botschaft-Bonn-mg015-1024x368.jpg\" alt=\"Ein lockerer Demonstrationszug von jungen M\u00e4nnern mit Transparenten mit den Aufschriften &quot;Wir fordern Frieden f\u00fcr Vietnam!&quot; und &quot;Verband der Kriegsdienstgegner in der War Resisters International&quot;\" width=\"795\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-26-Foto-Mai-65-Vietnamdemo-VK-D\u00fcsseldorf-und-K\u00f6ln-vor-US-Botschaft-Bonn-mg015-1024x368.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-26-Foto-Mai-65-Vietnamdemo-VK-D\u00fcsseldorf-und-K\u00f6ln-vor-US-Botschaft-Bonn-mg015-768x276.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-26-Foto-Mai-65-Vietnamdemo-VK-D\u00fcsseldorf-und-K\u00f6ln-vor-US-Botschaft-Bonn-mg015.jpg 1476w\" sizes=\"auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12066\" class=\"wp-caption-text\">Demonstrationszug von Aktiven der VK-Gruppen K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf zur US-Botschaft in Bonn-Bad Godesberg im Mai 1965. Foto: n. b.<\/p><\/div>\n<p>Im Dezember 1960 entstand auf Initiative von Karl-Ernst Gruhl<sup>9\u00a0<\/sup>eine K\u00f6lner Gruppe der Internationale der Kriegsdienstgegner (IdK). Die IdK vertrat eine auf dem Prinzip der Gewaltlosigkeit beruhenden Pazifismus, verstand sich aber gleichzeitig als politische Friedensorganisation. Die 45-k\u00f6pfige Gruppe arbeitete vor allem in den \u00f6rtlichen Friedensb\u00fcndnissen mit und beriet regelm\u00e4\u00dfig KDVer. Beim Besuch des franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten de Gaulle im September 1962 forderte sie\u00a0 die Aufl\u00f6sung der Fremdenlegion und die gesetzliche Anerkennung der KDV im Nachbarland.<\/p>\n<h4>Osterm\u00e4rsche und konfliktreiche Zusammenarbeit der K\u00f6lner Friedensorganisationen<\/h4>\n<p>Die K\u00f6lner GdW (ab 1958 Verband der Kriegsdienstverweigerer = VK) hielt zu DFG und IdK Distanz, weil man argw\u00f6hnte, dort gebe es einflussreiche Menschen, die einseitig \u00f6stlichen Positionen zuneigten. Das war auch auf die N\u00e4he zur SPD und zu den sozialdemokratischen Jugendorganisationen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<sup>10\u00a0<\/sup>Auf K\u00f6lner Ebene traf der Verdacht nicht zu. Das Verh\u00e4ltnis von VK und DFG, bzw. IdK blieb bis Ende der 1960er Jahre konflikthaft; dennoch arbeiten die Verb\u00e4nde auch immer wieder zusammen, z.B. im Rahmen des \u00f6rtlichen Ostermarschausschusses.<\/p>\n<p>Seit 1963 gab es zus\u00e4tzlich zum Regionalmarsch West eine Kundgebung in K\u00f6ln; zudem nahm der Ausschuss an den j\u00e4hrlichen Antiatomm\u00e4rschen der belgischen Jugendverb\u00e4nde in Br\u00fcssel teil. 1965 stand mit Mahnwachen, einer Kundgebung und einem Fackelzug der Protest gegen die Notstandsgesetze<sup>11\u00a0<\/sup>im Mittelpunkt; im Mai 1968 mobilisierte der Ausschuss f\u00fcr den bundesweiten Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze auf Bonn. Ein weiteres Schwerpunktthema war der Vietnamkrieg; 1965 und 1966 wurde jeweils eine Informationsausstellung auf dem Neumarkt aufgebaut. Gemeinsame Aktivit\u00e4ten vollzogen sich auch im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft K\u00f6lner Friedensverb\u00e4nde (AKF), die zu Beginn der 1960er Jahre als lockerer Zusammenschluss von Friedensverb\u00e4nden und am Frieden interessierten Gruppen entstanden war. Die AKF organisierte ab 1962 j\u00e4hrlich die Antikriegskundgebung auf dem Neumarkt und den Schweigemarsch zum Volkstrauertag, Diskussionsveranstaltungen \u00fcber die p\u00e4pstliche Enzyklika Pacem in terris (1963) und \u00fcber den Ausschwitzprozess sowie im Juni 1964 eine Kundgebung mit dem Friedensnobelpreistr\u00e4ger Linus Pauling; Oberb\u00fcrgermeister Burauen und der Stadtrat lehnten einen Empfang f\u00fcr Pauling ab.<sup>12\u00a0<\/sup>Die AFK zerfiel im Herbst 1966 aufgrund interner Streitigkeiten. Unabh\u00e4ngig davon hatten die K\u00f6lner Pazifisten immer wieder mit Schikanen und Verleumdungen zu k\u00e4mpfen.<sup>13<\/sup><\/p>\n<p>Unter dem Einfluss der Studentenbewegung zerbrach die ohnehin bereits br\u00fcchige N\u00e4he des VK zur SPD. Kurzzeitig l\u00f6ste ein Rat den Vorsitzenden Rosendahl ab. Im Republikanischen Club K\u00f6ln entstand \u00a0im November 1968 der Arbeitskreis Kriegsdienstverweigerung, dessen Ziel es war, durch eine m\u00f6glichst hohe Zahl von KDVern die Wehrpflicht wieder abzuschaffen, wie es in einer <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-33-Dokument-AK-KDV-im-Republikanischen-Club.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">Selbstdarstellung vom M\u00e4rz 1969<\/a> hei\u00dft. Die AK-Aktiven traten bald der DFG-IdK (im Juni 1968 entstanden aus dem Zusammenschluss von DFG und IdK) bei und verteilten vor Kasernen in K\u00f6ln, N\u00f6rvenich und Teveren Flugbl\u00e4tter und sieben Ausgaben der Soldatenzeitung Barras. Dabei halfen auch VK-Aktive mit, wie sich ohnehin die Positionen beider Verb\u00e4nde ann\u00e4herten. DFG-IdK und VK beteiligten sich aktiv an der Verteidigung der Ostvertr\u00e4ge und setzten sich f\u00fcr den erfolgreichen Abschluss der Konferenz \u00fcber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ein.<\/p>\n<h4>Die 1970er Jahre: Verteidigung des Grundrechts auf KDV und Bem\u00fchungen um Abr\u00fcstung<\/h4>\n<div id=\"attachment_12071\" style=\"width: 281px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-4\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12071\" class=\"wp-image-12071\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2-1024x1014.jpg\" alt=\"\" width=\"271\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2-1024x1014.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2-768x760.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-36-Foto-Infostand-D\u00fcren-1977-DFG-269-MoeF9-2.jpg 1187w\" sizes=\"auto, (max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12071\" class=\"wp-caption-text\">Infostand der DFG-VK K\u00f6ln zu Kriegsdienstverweigerung und Abr\u00fcstung 1977 in D\u00fcren. Foto: Wolfgang Kissenbeck<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_12073\" style=\"width: 302px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-35b-Foto-Protest-Durchsuchungsaktion-1974-1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-5\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12073\" class=\" wp-image-12073\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-35b-Foto-Protest-Durchsuchungsaktion-1974-1.jpg\" alt=\"\" width=\"292\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-35b-Foto-Protest-Durchsuchungsaktion-1974-1.jpg 927w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-35b-Foto-Protest-Durchsuchungsaktion-1974-1-768x746.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12073\" class=\"wp-caption-text\">Protest gegen die Durchsuchungsaktion 1974 vor dem Amtsgericht K\u00f6ln am Appellhofplatz. Foto: n. b.<\/p><\/div>\n<p>Im Mittelpunkt der Aktivit\u00e4ten stand in der ersten H\u00e4lfte der 1970er Jahre die Verteidigung des Grundrechts auf KDV, das angesichts enorm steigender Antragszahlen unter starken politischen Druck kam. Zu den Aktionsformen z\u00e4hlten neben der Unterst\u00fctzung f\u00fcr inhaftierte KDVer und einer intensiven <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-34-Dokument-KDV-Beratung-DFG-VK-70er-Jahre.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">Beratung f\u00fcr Antragsteller<\/a> Informationsveranstaltungen \u00fcber den Grundgesetzartikel 4.3 in K\u00f6ln und entfernten Nachbarorten\u00a0wie beispielsweise D\u00fcren und Gerolstein. Vor allem in der Eifel waren Informationsst\u00e4nde und\u00a0Diskussionen mit Jugendoffizieren wichtig, denn dort war die Existenz des Grundrechts noch kaum bekannt. Am 1. April 1974 <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-35a-Dokument-Durchsuchungsbeschluss-Amtsgericht-K\u00f6ln-1974.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-7\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">durchsuchten<\/a> Kriminalbeamte das B\u00fcro der DFG-IdK und die Privatwohnung der Gruppenvorsitzenden Elfi Thurow; der Einsch\u00fcchterungsversuch blieb erfolglos.<sup>14<\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_12128\" style=\"width: 338px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-40-Foto-K\u00f6ln-14-5-77-Int-Abr\u00fcstungsstafette-Helsinki-Belgard-DFG-596.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-8\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12128\" class=\" wp-image-12128\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-40-Foto-K\u00f6ln-14-5-77-Int-Abr\u00fcstungsstafette-Helsinki-Belgard-DFG-596-1024x721.jpg\" alt=\"Viele meist junge Menschen sitzen und stehen dicht gedr\u00e4ngt im Halbkreis und scheinen eine Ansprache zu erwarten. Ein Transparent hat die Aufschrift &quot;Internationale Abr\u00fcstungsstaffette '77 Helsinki - Belgrad&quot;\" width=\"328\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-40-Foto-K\u00f6ln-14-5-77-Int-Abr\u00fcstungsstafette-Helsinki-Belgard-DFG-596-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-40-Foto-K\u00f6ln-14-5-77-Int-Abr\u00fcstungsstafette-Helsinki-Belgard-DFG-596-768x541.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-40-Foto-K\u00f6ln-14-5-77-Int-Abr\u00fcstungsstafette-Helsinki-Belgard-DFG-596.jpg 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12128\" class=\"wp-caption-text\">Kundgebung der Internationalen Abr\u00fcstungsstafette Helsinki-Belgrad am 14.05.1977 auf dem Roncalliplatz. Die Stafette war von der DFG-VK initiiert und wurde von mehreren europ\u00e4ischen Friedensorganisationen unterst\u00fctzt. Foto: n. b.<\/p><\/div>\n<p>Nach der Fusion zur DFG-VK trat ab 1975 das Thema Abr\u00fcstung wieder st\u00e4rker in den Vordergrund. Die\u00a0DFG-VK war ma\u00dfgebliche Mitgr\u00fcnderin und eine treibende Kraft in der K\u00f6lner Initiative f\u00fcr Abr\u00fcstung (Kifa), die 1976 gegr\u00fcndet und in den 1980er Jahren vom K\u00f6lner Friedensforum abgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Eine breite Zusammenarbeit, die von Amnesty International und der DGB-Jugend bis zur Katholischen Jungen Gemeinde reichte, ergab sich bei den <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-38-Bericht-KStA-Er\u00f6ffnung-K\u00f6lner-Friedenswochen-1981.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-9\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">K\u00f6lner Friedenswochen 1980 und 1981<\/a>\u00a0(verlinkt:\u00a0K\u00f6lner Stadtanzeiger vom 9.9.1981 mit freundlicher Genehmigung der Dumont Mediengruppe), die vom Jugendclub Courage (ihm geh\u00f6rten\u00a0 damals alle Mitglieder der DFG-VK unter 30 Jahren an) initiiert worden waren.<\/p>\n<p>1980 konnten die Veranstaltungen immerhin ca. 14.000 BesucherInnen anziehen mit der Ausstellung \u201eEs ist so sch\u00f6n, Soldat zu sein\u2026\u201c als H\u00f6hepunkt.\u00a0 Eine \u00f6ffentlich ausgetragene <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-39-K\u00f6lner-Friedenswochen-hart-umk\u00e4mpft-KSta-11-09-1980.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-10\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">Kontroverse in den Medien und im Kulturausschuss<\/a>\u00a0(verlinkt:\u00a0K\u00f6lner Stadtanzeiger vom 11.9.1980 mit freundlicher Genehmigung der Dumont Mediengruppe) zeigte, wie stark konservative Kr\u00e4fte damals dem Freund-Feind-Denken des Kalten Krieges verhaftet waren.<\/p>\n<h4>Die 1980er Jahre: Aktivit\u00e4ten auf einem H\u00f6hepunkt<\/h4>\n<div id=\"attachment_12097\" style=\"width: 361px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-43-Foto-Linda-Rosenmontagszug-1982-CS-P1050109-mK.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-11\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12097\" class=\" wp-image-12097\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-43-Foto-Linda-Rosenmontagszug-1982-CS-P1050109-mK-1024x706.jpg\" alt=\"Ein aus hellgr\u00fcnem Tuch bestehender Dinosaurier mit knallroter Zunge und dunkelgr\u00fcnen Zacken auf Hals und R\u00fccken steht in einer eng bebauten Stra\u00dfe - vielleicht in der K\u00f6lner S\u00fcdstadt - und schaut in die Kamera. Eine Frau h\u00e4lt den Kopf mit einer Stange.\" width=\"351\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-43-Foto-Linda-Rosenmontagszug-1982-CS-P1050109-mK-1024x706.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-43-Foto-Linda-Rosenmontagszug-1982-CS-P1050109-mK-768x529.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12097\" class=\"wp-caption-text\">\u201eAusgestorben \u2013 zu viel Panzer, zu wenig Gehirn!\u201c 1982 reihten sich Aktive des Jugendclub Courage und der DFG-VK mit dem Dinosaurier Linda in den Rosenmontagszug ein.\u00a0 Foto: Christine Schweitzer<\/p><\/div>\n<p>Demonstrationen, Infost\u00e4nde, Kundgebungen (regelm\u00e4\u00dfig zum Antikriegstag), Mahnwachen (j\u00e4hrlich zum Hiroshimagedenktag auf der Domplatte<sup>15<\/sup>, teilweise mit mehrt\u00e4giger Ausstellung und Fasten verbunden), Unterschriftensammlungen, Fahrradstafetten, aber auch Kulturveranstaltungen\u00a0(z.B. Abr\u00fcstungsfeten im Jugendpark) waren Aktionsformen, mit denen sich Aktive der DFG-VK vor allem bis Mitte der 1980er Jahre gegen Aufr\u00fcstung (1977-79\u00a0Neutronenbombe, danach Pershing II und Cruise Missiles) und f\u00fcr Abr\u00fcstung engagierten.\u00a0Mobilisiert wurde f\u00fcr bundesweite\u00a0Demonstrationen\u00a0 ebenso wie f\u00fcr gewaltfreie Blockadeaktionen in Mutlangen und im Hunsr\u00fcck, aber auch f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Demonstrationen in Amsterdam und Br\u00fcssel. Bereits 1977 hatte eine Internationale Abr\u00fcstungsstafette in K\u00f6ln Station gemacht\u00a0(Abendveranstaltung mit 1.000 Teilnehmern); im Februar 1978 nahm eine Delegation der Gruppe in Genf an einer Abr\u00fcstungskonferenz zivilgesellschaftlicher Organisationen im Rahmen der UNO teil.<\/p>\n<div id=\"attachment_12127\" style=\"width: 349px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-44-Foto-Blockade-Kreiswehrersatzamt-Br\u00fchler-Str.-1984-P1050056.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-12\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12127\" class=\" wp-image-12127\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-44-Foto-Blockade-Kreiswehrersatzamt-Br\u00fchler-Str.-1984-P1050056-1024x768.jpg\" alt=\"Die Blockade besteht aus einigen gestapelten Pappkartons mit der Aufschrift &quot;Verweigert!&quot;. Rechts und links sitzt jeweils ein junger Mann.\" width=\"339\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-44-Foto-Blockade-Kreiswehrersatzamt-Br\u00fchler-Str.-1984-P1050056-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-44-Foto-Blockade-Kreiswehrersatzamt-Br\u00fchler-Str.-1984-P1050056-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12127\" class=\"wp-caption-text\">1984 wurde die Einfahrt des Kreiswehrersatzamtes auf der Br\u00fchler Str. in K\u00f6ln blockiert\u00a0 Foto: Christine Schweitzer<\/p><\/div>\n<p>Die K\u00f6lner DFG-VK z\u00e4hlte in diesen Jahren ca. 350 Mitglieder, davon waren bis zu 40 aktiv. Die politische Zusammensetzung war pluralistisch von anarchopazifistisch bis linksliberal; kontroverse Themen wie Charta 77 oder die Milit\u00e4rpolitik der realsozialistischen Staaten wurden offen diskutiert. Sichtbare Erfolge waren die Etablierung des heute noch bestehenden Jugendclub Courage e.V. und des Friedensbildungswerks, dessen Anf\u00e4nge auf Aktive der DFG-VK zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Im Herbst 1987 kam es zu einem <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-46-Dokument-Aufruf-Frieden-in-K\u00f6ln-Herbst-1987-DGB-Friedensforum-DFG-VK.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-13\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">gemeinsamen Aufruf zu Friedensaktionen mit dem DGB Kreis K\u00f6ln<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><sup>1\u00a0<\/sup>F\u00fcr die Zeit nach 1945 gibt es folgende Hintergrundberichte und Ver\u00f6ffentlichungen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Fuchs-DFG-K\u00f6ln-in-den-1980er-Jahren-Bearb.-GG-Iv.pdf\">Harald Fuchs, Zur Geschichte der DFG-VK K\u00f6ln in den 1980er Jahren in pers\u00f6nlichen Erinnerungen, K\u00f6ln 2017.<\/a> Ein weitgehend gleicher Bericht ist in Zivilcourage 2\/2018 erschienen.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Guido-Gr\u00fcnewald_Friedensbewegung-in-K\u00f6ln-nach-WK2_Hrsg-Reinhold-Billstein_K\u00f6ln-Demokrat-Traditionen_1979.pdf\">Guido Gr\u00fcnewald, Die Friedensbewegung in K\u00f6ln nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Reinhold Billstein (Hrsg.), Das andere K\u00f6ln. Demokratische Traditionen seit der Franz\u00f6sischen Revolution, K\u00f6ln\u00a0 1979, S. 446-485<\/a>.\u00a0Das Copyright lag beim Pahl-Rugenstein Verlag, der erloschen ist. Ein Rechtsnachfolger konnte von uns nicht ausfindig gemacht werden. Sollte es einen Rechtsnachfolger geben, bitten wir um Verst\u00e4ndnis und R\u00fcckmeldung.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Guido-Gr\u00fcnewald_Sch\u00fctzt-das-Grundrecht-auf-Kriegsdienstverweigerung_Pazifismus-K\u00f6ln-1970er_K\u00f6ln-2014_Langfassung-f\u00fcr-DFG-VK-K\u00f6ln.pdf\">derselbe, Sch\u00fctzt das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung! Pazifistisches Handeln im K\u00f6ln der fr\u00fchen 1970er Jahre, ungek\u00fcrztes Manuskript.<\/a><strong>\u00a0<\/strong>Eine gek\u00fcrzte Fassung ist erschienen in Reiner Schmidt\/Anne Schultz\/Pui von Schwind (Hrsg.), Die Stadt, das Land, die Welt ver\u00e4ndern! Die 70er\/80er Jahre in K\u00f6ln \u2013 alternativ, links,, radikal, autonom, K\u00f6ln 2014, S. 436-439<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Guido-Gr\u00fcnewald_Von-den-M\u00fchen-der-Ebene-Webseite-DFG-K\u00f6ln-final_2014.pdf\">derselbe, Von den M\u00fchen der Ebene. K\u00f6lner Abr\u00fcstungsaktivit\u00e4ten in den 70er Jahren, ungek\u00fcrztes Manuskript<\/a>. Eine gek\u00fcrzte Fassung ist erschienen in Reiner Schmidt\/Anne Schultz\/Pui von Schwind (Hrsg.), Die Stadt, das Land, die Welt ver\u00e4ndern! \u2026, S. 439-443<\/li>\n<\/ul>\n<p><sup>2<\/sup>Der Kaufmann Max Heinig (1882-1961) war 1905-1931 (Parteiausschluss) SPD-Mitglied gewesen; 1953-1956 war er Mitglied des DFG-Bundesvorstandes. In den 1950er Jahren war er ma\u00dfgeblich beteiligt an der Verhinderung eines Truppen\u00fcbungsplatzes im K\u00f6nigsforst.<\/p>\n<p><sup>3<\/sup>Die erste Resolution Anfang 1949 lautete: \u201eDurch Zeitungsmeldungen wurde bekannt, dass die Errichtung einer \u201aersten Verteidigungslinie am Rhein\u2018 seitens des westeurop\u00e4ischen Sicherheitspaktes geplant ist. Dies erf\u00fcllt die Versammelten mit Sorge. Wir Deutschen als entmilitarisiertes Volk brauchen keinen Verteidigungswall. Bei der heutigen Flugwaffentechnik von einer Verteidigungslinie zu reden, ist unserer Meinung nach eine Illusion. Wir Deutschen wollen weder Angriffs- noch Schutzwaffen herstellen. Wir sind entmilitarisiert und wollen entmilitarisiert bleiben.\u201c<\/p>\n<p><sup>4<\/sup>Wischnewski, Mitbegr\u00fcnder und erster Vorsitzender der Gruppe K\u00f6lner Wehrdienstverweigerer und seit 1957 SPD-Bundestagsabgeordneter, war faktisch der inoffizielle bundesrepublikanische Kontaktmann zur algerischen Befreiungsfront FLN, die in der tunesischen Botschaft in Bonn-Bad Godesberg ihr verdecktes und geduldetes Hauptquartier hatte.<\/p>\n<p><sup>5<\/sup>Art. 4.3 Grundgesetz bestimmt: \u201eNiemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das N\u00e4here regelt ein Bundesgesetz.\u201c Zwar wurde bereits in den fr\u00fchen 1950er Jahren durch Zeitungsberichte deutlich, dass Bundesregierung und milit\u00e4rnahe Kr\u00e4fte das zu erlassende Bundesgesetz sehr strikt gestalten wollten, aber das Grundrecht und damit die M\u00f6glichkeit der pers\u00f6nlichen Verweigerung waren nun einmal gegeben.<\/p>\n<p><sup>6<\/sup>Pr\u00e4gende Vorsitzende der GdW- bzw. VK-Gruppe waren Hans-Hermann K\u00f6per, G\u00fcnther Schlatter und ab Mitte der 1960er Jahre Hermann Rosendahl. &#8222;VK&#8220; steht f\u00fcr &#8222;Verband der Kriegsdienstverweigerer&#8220;.<\/p>\n<p><sup>7<\/sup>Verteidigungsminister Strau\u00df plante, den vor Stalingrad dezimierten Jahrgang 1922 zu erfassen und zu vierw\u00f6chigen Wehr\u00fcbungen einzuberufen. Die Betroffenen reagierten mit einem Proteststurm.<\/p>\n<p><sup>8<\/sup>In der \u00fcberreichten Petition hie\u00df es: \u201eMit gro\u00dfer Besorgnis beobachtet der Verband der Kriegsdienstverweigerer die Ereignisse in Vietnam. Er sieht in der j\u00fcngsten Entwicklung ein alarmierendes Zeichen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines gro\u00dfen Krieges zwischen den atomaren Weltm\u00e4chten. Die Haltung der Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat bisher nicht dazu beigetragen, den Krieg in Vietnam zu beenden. Im Gegenteil; die Entsendung von regul\u00e4ren amerikanischen Truppen und die Angriffe auf Ziele in Nordvietnam haben die Situation entscheidend verschlechtert. Wir sehen es als unsere Pflicht an, gegen diese Politik zu protestieren und fordern die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika gleichzeitig auf, durch Verhandlungen mit den Regierungen der betroffenen anderen Staaten eine politische L\u00f6sung des Vietnam-Problems anzustreben. Hierbei m\u00f6chten wir allerdings darauf hinweisen, dass von uns auch die Haltung der Regierungen der Volksrepublik China und Nordvietnams missbilligt wird.\u201c<\/p>\n<p><sup>9<\/sup>Der Jurist Dr. Ernst Karl Gruhl war zuvor im Vers\u00f6hnungsbund und in der GdW aktiv gewesen. Er war ein aktiver, aber eigenwilliger Mensch und machte 1968 die Fusion mit der DFG nicht mit.<\/p>\n<p><sup>10<\/sup>Die SPD war seit Beginn der 1950er Jahre darauf bedacht, keine linkssozialistische Alternative entstehen zu lassen und vor allem jeden Verdacht einer auch nur punktuellen Zusammenarbeit\u00a0 mit Kommunisten zu vermeiden. Sie versuchte daher, au\u00dferparlamentarische Aktivit\u00e4ten zu kontrollieren und diffamierte in den 1960er Jahren vor allem die Ostermarschbewegung in \u00f6ffentlichen Stellungnahmen und mittels verdeckt publizierter Brosch\u00fcren.<\/p>\n<p><sup>11<\/sup>1958 gab es erste Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Notstandsgesetze, 1960 und 1963 Gesetzentw\u00fcrfe. Die 1968 von der Gro\u00dfen Koalition mit Zweidrittelmehrheit beschlossenen Gesetze schr\u00e4nken die Macht des Parlaments zugunsten der Regierung stark ein und erm\u00e4chtigen die Regierung zum Eingriff in b\u00fcrgerliche Grund- und Freiheitsrechte.<\/p>\n<p><sup>12<\/sup>Stattdessen besuchte Burauen am gleichen Tag eine Milit\u00e4rparade. In den 1960er und 1970er Jahren ignorierte die K\u00f6lner Presse pazifistische Aktivit\u00e4ten weitgehend; selbst \u00fcber gut besuchte Versammlungen wurde nicht berichtet.<\/p>\n<p><sup>13<\/sup>Hier einige Beispiele: 1) Bei der Gr\u00fcndung der IdK-Gruppe 1960 waren zwei Beamte des 14. (politischen) Kommissariats anwesend. 2) Am 3.11.1962 hatten sich K\u00f6lner IdK-Mitglieder nach dem kurzfristigen Verbot einer Demonstration des Landesverbandes NRW anl\u00e4sslich der Kubakrise und der Spiegelaff\u00e4re zu einem Sitzstreik niedergelassen und waren verhaftet worden. Bei der Vernehmung stellte die Staatsanwaltschaft u.a. folgende Fragen: Haben Sie an kommunistisch gelenkten Demonstrationen und Zusammenk\u00fcnften teilgenommen? Mit welchem Bef\u00f6rderungsmittel sind Sie zum Demonstrationsort gelangt; wer finanzierte die Fahrt? Wer fertigte das Plakat an \u201eH\u00e4nde weg von Kuba!\u201c und wer trug es w\u00e4hrend der Demonstration? Was wissen Sie \u00fcber die politische Einstellung der \u00fcbrigen Teilnehmer? 3) Beim Protest anl\u00e4sslich des Kennedybesuchs im Juli 1963 erlebten die VK-Aktiven Folgendes: \u201eUnser Transparent befand sich vor dem Rathaus gegen\u00fcber Presse und Fernsehtrib\u00fcne. Zuerst entfalteten wir ein in englischer Sprache geschriebenes Transparent. Es wurde ungef\u00e4hr 5 Minuten geduldet. Dann schrie einer: Nieder mit dem Transparent! Die Umstehenden br\u00fcllten Beifall. Unter Transparent wurde von Kriminalbeamten sichergestellt. Ein zweites Transparent entfalteten wir kurz vor Kennedys Ankunft. Diesmal waren es \u201aB\u00fcrger\u2018 (Oberamtmann vom Amt f\u00fcr \u00f6ffentliche Ordnung), die unser Transparent herunterrissen.\u201c 4) 1979 versuchten \u201eFreunde der Volkshochschule K\u00f6ln\u201c, diese von pazifistischem Einfluss zu s\u00e4ubern, <a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Winfried-Schwamborn_S\u00e4uberung-VHS-K\u00f6ln_zivilcourage-1979.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-14\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">wie Winfried Schwamborn in der Zivilcourage 7\/8 1979 berichtete<\/a>.<\/p>\n<p><sup>14<\/sup>Das Wehrbereichskommando III (WBK) in D\u00fcsseldorf hatte Anzeige wegen angeblichen Versto\u00dfes gegen das (1935 erlassene und auf den Ausschluss j\u00fcdischer Juristen zielende) Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz gestellt. Insgesamt hatten diverse WBK bundesweit mehr als 200 Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der KDV-Verb\u00e4nde initiiert, die letztlich ergebnislos eingestellt werden mussten. Die Schriftstellerin Karin Struck beschreibt die friedenspolitische T\u00e4tigkeit von Elfi Thurow in ihrem Buch \u201eZwei Frauen\u201c, M\u00fcnster 1982.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><sup>15<\/sup><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-41-Foto-Hiroshimaaktion-Domplatte-1983-P1050035.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-15\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-12119\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-41-Foto-Hiroshimaaktion-Domplatte-1983-P1050035-1024x768.jpg\" alt=\"Vor dem Hauptportal des K\u00f6lner Doms stehen bei regnerischem Wetter Menschen mit den R\u00fccken zueinander im Kreis und halten sich an den H\u00e4nden. Sie haben sich Plakate umgeh\u00e4ngt. Passanten bleiben stehen und sehen sich die Plakate an.\" width=\"639\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-41-Foto-Hiroshimaaktion-Domplatte-1983-P1050035-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/link-41-Foto-Hiroshimaaktion-Domplatte-1983-P1050035-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><span style=\"font-size: 14px;\">Hiroshimaaktion 1983 auf der Domplatte Foto: Christine Schweitzer<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_12172\" style=\"width: 412px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/link-42-Dokument-\u00dcberfall-auf-Hiroshimamahnwache-1987-UZ-12-8-1987.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-16\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12172\" class=\"wp-image-12172 \" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/link-42-Dokument-\u00dcberfall-auf-Hiroshimamahnwache-1987-UZ-12-8-1987-429x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/link-42-Dokument-\u00dcberfall-auf-Hiroshimamahnwache-1987-UZ-12-8-1987-429x1024.jpg 429w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/link-42-Dokument-\u00dcberfall-auf-Hiroshimamahnwache-1987-UZ-12-8-1987.jpg 629w\" sizes=\"auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12172\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Hiroshima-Mahnwache &#8211; Von Neonazis \u00fcberfallen&#8220; &#8211; Unsere Zeit vom 12.8.1987<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Guido Gr\u00fcnewald. Aktualisierte Fassung vom 30.4.2018. Die DFG nach 19451 Unter F\u00fchrung des bereits vor 1933 aktiven Max Heinig2\u00a0nahm die DFG im Winter 1945\/46 ihre Arbeit wieder auf. 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