{"id":11345,"date":"2017-10-05T14:29:36","date_gmt":"2017-10-05T12:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=11345"},"modified":"2017-10-05T14:29:36","modified_gmt":"2017-10-05T12:29:36","slug":"preistraeger-des-aachener-friedenspreises-verurteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=11345","title":{"rendered":"Preistr\u00e4ger des Aachener Friedenspreises verurteilt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-10881\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/fullsizeoutput_469-1024x450.jpeg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/fullsizeoutput_469-1024x450.jpeg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/fullsizeoutput_469-768x337.jpeg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/fullsizeoutput_469-1140x500.jpeg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/p>\n<p>B\u00fcchel, 4.10.2017<br \/>\nVor einem Jahr hatten die Aktivisten von JunepA mit Luftballons und Transparenten die Start- und Landebahn des<br \/>\nFliegerhorst B\u00fcchel besetzt. Sie sind heute vom Amtsgericht Cochem wegen Hausfriedensbruch zu 30 Tagess\u00e4tzen<br \/>\nGeldstrafe verurteilt worden.<br \/>\nDie vier Angeklagten, unter ihnen zwei Studenten (22 und 24 Jahre), ein Kinderarzt (65 Jahre) und eine Hebamme (54<br \/>\nJahre), beriefen sich auf den rechtfertigenden Notstand und auf ihre demokratische Pflicht. &#8222;Lebendige Demokratie<br \/>\nbraucht begrenzte Regel\u00fcberschreitungen&#8220; so David Haase. Gleichzeitig stellten sie in Frage, ob milit\u00e4risches Gel\u00e4nde<br \/>\n\u00fcberhaupt Privatgel\u00e4nde sei oder nicht eher als \u00f6ffentliches Gel\u00e4nde eingestuft werden m\u00fcsste, wo Proteste legal seien.<br \/>\nKaren Semiramis Welh\u00f6ner erkl\u00e4rte: &#8222;Das Go-In war die Fortsetzung einer Demonstration auf ein im Besitz der<br \/>\nBundesrepublik Deutschland befindlichen und damit \u00f6ffentlichem Gel\u00e4nde&#8220;.<br \/>\nMit der gewaltfreien Besetzung hatten die Aktivisten auf die Lagerung von Atomwaffen in der Eifel und deren<br \/>\n&#8222;Modernisierung&#8220; bzw. Austausch durch weiterentwickelte zielgenauere Waffen aufmerksam gemacht.<br \/>\nIm Schlusswort erkl\u00e4rte Ernst-Ludwig Iskenius gegen\u00fcber dem Richter: &#8222;Sie k\u00f6nnen Geschichte schreiben: Sie k\u00f6nnen<br \/>\nuns freisprechen und damit das Unrecht in B\u00fcchel deligitimieren. Sollten Sie uns verurteilen in der Hoffnung, andere<br \/>\nMenschen davon abzuschrecken, das gleiche zu tun, dann werden Sie sich irren&#8220;. Damit k\u00fcndigten die Besetzer neue<br \/>\nAktionen an, \u00fcber die das Gericht dann immer wieder neu verhandeln m\u00fcsste. In Mutlangen zur Pershing II<br \/>\nStationierung gab es viele Verurteilungen wegen N\u00f6tigung, die sp\u00e4ter vom Bundesverfassungsgericht wieder aufghoben<br \/>\nwurde. Alle Verurteilten wurden rehabilitiert und erhielten Haftentsch\u00e4digung f\u00fcr abgesessene Ersatzfreiheitsstrafen.<br \/>\nDurch die Verurteilung der vier Atomwaffengegner erwarten die Betroffenen jetzt eine mobilisierende Wirkung: &#8222;Wir<br \/>\nwerden auch weiterhin mit vielen Menschen in B\u00fcchel ungehorsam aktiv sein- und damit immer wieder die Gerichte<br \/>\nkonfrontieren&#8220;, so Katja Tempel, eine der Verurteilten.<br \/>\nDie Stationierung der US-Atomwaffen in Deutschland widerspricht geltendem V\u00f6lkerrecht. Sobald der im September<br \/>\n2017 verabschiedete Atomwaffenverbotsvertrag von 50 Staaten unterzeichnet und ratifiziert ist wird die<br \/>\nV\u00f6lkerrechtswidrigkeit noch konkreter. Deutschland kann dem Vertrag angeblich erst beitreten, wenn die NATOAtomwaffen<br \/>\naus Deutschland abgezogen sind. Die Bundesregierung hatte die Atomwaffenverbotsverhandlungen<br \/>\nboykottiert und den Vertrag u.a. deshalb nicht unterzeichnet.<br \/>\nAm 18.10.2017 um 13.30 Uhr wird ein weiterer Prozess wegen der selben Aktion vor der Jugendkammer des<br \/>\nAmtsgericht Cochem stattfinden. Dort werden junge Menschen (alle unter 21 Jahren) erkl\u00e4ren, wieso sie Zivilen<br \/>\nUngehorsam gegen den Wahnsinn der atomaren Bewaffnung aus\u00fcben. Die Verhandlung wird \u00f6ffentlich sein.<br \/>\nJunepA (Jugendnetzwerk f\u00fcr politische Aktionen) hatte zu der gewaltfreien Besetzung des Fliegerhorsts B\u00fcchel im<br \/>\nletzten Jahr eingeladen. Am 1.9.2017 ist ihnen der Aachener Friedenspreis verliehen worden.<br \/>\nKontakt<br \/>\nClara Tempel<br \/>\n0151-53206000<br \/>\n<a href=\"mailto:presse-junepa@riseup.net\">presse-junepa@riseup.net<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/junepa.blogsport.eu\">http:\/\/junepa.blogsport.eu<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Elu-Mein-Schlusswort.doc\">Schlusspl\u00e4doyer von Ernst-Ludwig Iskenius<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcchel, 4.10.2017 Vor einem Jahr hatten die Aktivisten von JunepA mit Luftballons und Transparenten die Start- und Landebahn des Fliegerhorst B\u00fcchel besetzt. 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