{"id":11690,"date":"2018-01-19T20:42:17","date_gmt":"2018-01-19T18:42:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=11690"},"modified":"2020-11-14T23:17:39","modified_gmt":"2020-11-14T21:17:39","slug":"erinnern-eine-bruecke-in-die-zukunft-einladung-zur-gedenkstunde-fuer-die-opfer-des-nationalsozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=11690","title":{"rendered":"Erinnern &#8211; eine Br\u00fccke in die Zukunft: Einladung zur Gedenkstunde f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u00a0Das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie.<\/p>\n<p>Aber das Erinnern wird sich ver\u00e4ndern, weil nur noch wenige \u00dcberlebende authentisch berichten k\u00f6nnen. Die Erinnerung an NS-Verbrechen und ihre Opfer wird aber auch durch rechtsextreme und rechtspopulistische Akteure massiv in Frage gestellt. Es wird eine \u201eerinnerungspolitische Wende um 180 Grad\u201c gefordert. Wir wollen uns deshalb am 28.1.2018 mit der Geschichte und der Bedeutung unserer Erinnerungskultur befassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-11693 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/egk_handzettel_erinnern_2018_seite1-725x1024.jpg\" alt=\"Auf dem Handzettel, der auf rotem und schwarzen Hintergrund gedruckt ist, springt das Wort &quot;Erinnern&quot; ins Auge. \" width=\"639\" height=\"903\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/egk_handzettel_erinnern_2018_seite1-725x1024.jpg 725w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/egk_handzettel_erinnern_2018_seite1-768x1085.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/p>\n<p>Wie fing es an mit dem Gedenken in K\u00f6ln nach 1945? Wenige Tage nach Kriegsende wurde am 3. Juni 1945 am Hansaplatz die erste St\u00e4tte des Erinnerns eingeweiht, nachdem auf dem Gel\u00e4nde des Gef\u00e4ngnisses Klingelp\u00fctz sieben Leichen gefunden worden waren. Auf der bald platzierten Grabplatte hei\u00dft es: \u201eHier ruhen sieben Opfer der Gestapo. Dieses Mal erinnere an Deutschlands schandvollste Zeit 1933 \u2013 1945\u201c. Im gleichen Jahr entstanden auf Initiative von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Ehrenmale zur Erinnerung an polnische und sowjetische NS-Opfer auf K\u00f6lner Friedh\u00f6fen. 1948 erinnerte die K\u00f6lner Synagogengemeinde auf dem J\u00fcdischen Friedhof in Bocklem\u00fcnd mit einem eindrucksvollen Denkmal an die \u201e\u00fcber 11.000 Schwestern und Br\u00fcder unserer Gemeinde\u201c, die Opfer des \u201enationalsozialistischen Rassenwahns\u201c wurden.<\/p>\n<p>Dieses fr\u00fche Gedenken an die NS-Opfer wurde in der Stadt bald von einem allgemeinen Totengedenken \u00fcberlagert und verdr\u00e4ngt, das sich \u201eallen Opfern\u201c zuwandte, in der Regel aber die deutschen Soldaten, die Vertriebenen und die Bombenopfer meinte. Beispiele daf\u00fcr sind die Skulptur \u201eTrauernde\u201c in St. Maria im Kapitol (1949), der \u201eSchwebende Engel\u201c in der Antoniterkirche (1952) und das \u201eTrauernde Elternpaar\u201c in St. Alban, dessen Ruine 1959 als zentrale Gedenkst\u00e4tte der Stadt K\u00f6ln eingeweiht wurde. Mit diesen Gedenkformen stilisierte sich der Gro\u00dfteil der deutschen Nachkriegsgesellschaft zu Opfern von Krieg und Nationalsozialismus. Ausgeblendet blieben Fragen von Schuld und Verantwortung, ausgeblendet blieben auch die Opfer der NS-Verbrechen.<\/p>\n<p>Es waren immer wieder Einzelne oder Verfolgtengruppen, die sich besonders engagiert f\u00fcr eine andere Erinnerungskultur einsetzten. Einer von ihnen war Walter Kuchta, als Kommunist im Widerstand, in Haft genommen und nach 1945 Mitglied in VVN und der KPD. Er sp\u00fcrte als einer der ersten den NS-Verbrechen im K\u00f6lner Raum nach, sammelte Berichte von \u00dcberlebenden und organisierte Gedenkveranstaltungen. Auch der Sozialdemokrat Sammy Maedge k\u00e4mpfte bemerkenswert fr\u00fch gegen das Vergessen und Verdr\u00e4ngen der Verbrechen an, etwa indem er auf den Handel mit verbotenen Nazi-Emblemen aufmerksam machte, gegen die Straffreiheit von NS-Verbrechern oder gegen Antisemitismus agitierte und die Einrichtung einer Gedenkst\u00e4tte im ehemaligen Gestapogeb\u00e4ude forderte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Viele Faktoren, etwa die bundesweite Debatte um eine drohende Verj\u00e4hrung von NS-Verbrechen, der Frankfurter \u201eAuschwitz-Prozess\u201c, die lokale Auseinandersetzung um die \u201eEdelwei\u00dfpiraten\u201c oder auch der Prozess gegen den ehemaligen Gestapoleiter Kurt Lischka, f\u00fchrten zu einem allm\u00e4hlichen erinnerungspolitischen Wandel. Die 1979 ausgestrahlte US-amerikanische Fernsehserie \u201eHolocaust\u201c bewegte ein Millionenpublikum. Das Engagement f\u00fcr eine Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die NS-Opfer sowie eine professionelle Aufarbeitung der NS-Zeit in K\u00f6ln verdichtete sich und f\u00fchrte schlie\u00dflich 1979 zu dem Beschluss des Stadtrats, den Keller des EL-DE-Hauses als Gedenkst\u00e4tte herzurichten und ein NS-Dokumentationszentrum aufzubauen.<\/p>\n<p>Seit den 1980er Jahren r\u00fcckten immer st\u00e4rker die bis dahin \u201evergessenen Verfolgten\u201c in den Blick: Die Opfer der NS-Krankenmorde oder der Zwangssterilisationen, die nicht entsch\u00e4digten Opfer von Zwangsarbeit, die Opfer der NS-Milit\u00e4rjustiz. Nach und nach entstanden auch f\u00fcr diese Gruppen Denkm\u00e4ler. Nach jahrelanger Kriminalisierung und Stigmatisierung der homosexuellen Opfer war es beispielsweise erst 1995 m\u00f6glich, das Rosa-Winkel- Mahnmal am Rheinufer aufzustellen. Aber auch die Opfer der NS-V\u00f6lkermorde \u2013 Juden sowie Sinti und Roma \u2013 wurden st\u00e4rker beachtet. Hervorzuheben sind die Kunstaktionen von Gunter Demnig, der seit 1990 mehrfach an die verfolgten Sinti und Roma erinnerte und daraus sein Projekt \u201eStolpersteine\u201c entwickelte.<\/p>\n<p>Auch wurde 1990 der Platz der j\u00fcdischen Schule Jawne nach ihrem fr\u00fcheren Direktor Erich Klibansky benannt. Auf Initiative des Ehepaars Dieter und Irene Corbach erm\u00f6glicht heute ein \u201eArbeitskreis Lern- und Gedenkort Jawne\u201c aufkl\u00e4rerische Arbeit vor Ort und bringt zahlreiche ZeitzeugInnen in Kontakt mit Schulen und anderen Einrichtungen.<\/p>\n<p>Die Erinnerungskultur wurde insgesamt vielf\u00e4ltiger und dank der Arbeit des NS-DOK auch professioneller. Neue Formen des Erinnerns \u2013 etwa das all- j\u00e4hrliche \u201eEdelwei\u00dfpiraten-Festival\u201c \u2013 traten hinzu.<\/p>\n<p>Also alles gut in K\u00f6ln mit dem Gedenken?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<hr \/>\n<p><b>Gedenkstunde f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus<\/b><\/p>\n<p><b>Befreiung des KZ Ausschwitz am\u00a0<\/b><b>27.1.1945 \u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Eine Br\u00fccke in die Zukunft\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Veranstalter:<br \/>\nAK Lern- und Gedenkort Jawne &#8211; AK Regenbogen ver.di K\u00f6ln\/Bonn\/Lev. &#8211; Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in K\u00f6ln &#8211; B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im K\u00f6lner Rat &#8211; B\u00fcnd- nis90\/Die Gr\u00fcnen K\u00f6ln \u2013 Bundesverband Information und Beratung f\u00fcr NS-Verfolgte &#8211; Centrum Schwule Geschichte &#8211; DFG\/VK K\u00f6ln &#8211; DGB Region K\u00f6ln-Bonn &#8211; Die Linke K\u00f6ln &#8211; Die Linke. Fraktion im Rat der Stadt K\u00f6ln &#8211; DKP K\u00f6ln &#8211; Evangelische Gemeinde K\u00f6ln &#8211; FDP Kreisverband K\u00f6ln \u2013 Friedensbildungswerk K\u00f6ln e.V. &#8211; Friedensforum K\u00f6ln &#8211; Geschichtswerkstatt Kalk &#8211; Jugendclub Courage K\u00f6ln e.V. &#8211; Jungsozialisten K\u00f6ln &#8211; Karl Rahner Akademie \u2013 Katholikenausschuss &#8211; K\u00f6lner Appell gegen Rassismus e.V. &#8211; K\u00f6lner Frauengeschichtsverein &#8211; K\u00f6lnische Gesellschaft f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit &#8211; LAG Lesben in NRW &#8211; LSVD, Lesben- und Schwulenverband &#8211; Melancht- hon-Akademie &#8211; NS-Dokumentationszentrum der Stadt K\u00f6ln &#8211; Pax Christi K\u00f6ln &#8211; Rom e.V. &#8211; Schwules Netzwerk NRW &#8211; SPD Fraktion im Rat der Stadt K\u00f6ln &#8211; SPD K\u00f6ln &#8211; Synagogen-Gemeinde K\u00f6ln &#8211; ver.di Bezirk K\u00f6ln &#8211; Verein EL-DE-Haus e.V. &#8211; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes\/Bund der Antifaschisten K\u00f6ln &#8211; Werkstatt f\u00fcr Ortsgeschichte K\u00f6ln-Br\u00fcck<br \/>\nVerein Mizwa<\/p>\n<p><b>Sonntag 28. Januar 2018 14 Uhr Antoniterkirche Schildergasse\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Gru\u00dfwort<br \/>\n<b>B\u00fcrgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Sprecher*innen<br \/>\n<b>Maria Ammann<br \/>\nKlaus Nierhoff<br \/>\nDoris Plenert-Sieckmeyer<br \/>\nStefan Preiss\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Musik<br \/>\n<b>Katharina M\u00fcther Akkordeon und Gesang\u00a0<\/b><br \/>\n<b>Projektgruppe Gedenktag\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Mahngang<br \/>\n<b>Es spricht Tamar Dreifuss\u00a0<\/b><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Aber das Erinnern wird sich ver\u00e4ndern, weil nur noch wenige \u00dcberlebende authentisch berichten k\u00f6nnen. 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