{"id":13455,"date":"2019-03-09T11:17:31","date_gmt":"2019-03-09T09:17:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=13455"},"modified":"2019-03-09T13:20:07","modified_gmt":"2019-03-09T11:20:07","slug":"harald-fuchs-ist-die-juedische-stimme-fuer-den-gerechten-frieden-in-nahost-antisemitisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=13455","title":{"rendered":"Harald Fuchs zum Streit um Preisverleihung an &#8222;J\u00fcdische Stimme&#8220;: T\u00e4ter von heute beanspruchen Opferstatus von damals"},"content":{"rendered":"<p><em>Den\u00a0<a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=13462\">Streit<\/a> um die Verleihung des mit 3.000 Euro dotierten G\u00f6ttinger Friedenspreises an die &#8222;J\u00fcdische Stimme f\u00fcr den gerechten Frieden in Nahost&#8220;, die heute stattfindet, kommentiert unser Mitglied Harald Fuchs.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Von Harald Fuchs.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Antisemitische \u00dcberzeugungen haben in Europa eine lange Tradition. Pogrome und die millionenfache industrielle Menschenvernichtung des deutschen Staates in der Zeit der NS-Herrschaft sind die grausige Blutspur dieser menschenfeindlichen rassistischen Ideologie.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, wovon ich dabei rede, sind doch unter meinen Vorfahren einige, die in den KZ der Nazis ermordet wurden oder schwer traumatisiert und krank \u00fcberlebt haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_12506\" style=\"width: 327px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12506\" class=\" wp-image-12506\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0080-e1532169481812.jpg\" alt=\"Ein \u00e4ltere schlanker Mann mit wei\u00dfen Haaren und Brille strahlt gl\u00fccklich den Betrachter an. Sein hellolivgr\u00fcnes T-Shirt zeigt Friedensmotive: eine Friedenstaube in Regenbogenfarben und die Aufschrift &quot;Frieden&quot; in vielen verschiedenen Sprachen, sowie &quot;K\u00f6ln&quot; als Schriftzug und Stadtsilouette.\" width=\"317\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0080-e1532169481812.jpg 3072w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0080-e1532169481812-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DSC_0080-e1532169481812-683x1024.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><p id=\"caption-attachment-12506\" class=\"wp-caption-text\">Harald Fuchs am 28.6.2018 mit T-Shirt der DFG-VK Gruppe K\u00f6ln. Foto: Stefanie Intveen<\/p><\/div>\n<p>Auf dem Hintergrund der entsetzlichen Folgen des Antisemitismus ist moralisch erledigt, wer in Deutschland als Antisemit dasteht. Die Wut eines kollektiven Schuldgef\u00fchls wendet sich gegen alle, die in die Ecke \u201eAntisemit\u201c gestellt werden.<\/p>\n<p>Als eine Folge der NS-Herrschaft ist ein zionistisch gepr\u00e4gter Staat der Juden entstanden, dessen Regierung und Parlamentsmehrheit leider V\u00f6lkerrecht und Menschenrechte verletzen und dessen staatliche Gewalten Pal\u00e4stinenser in rassistischer Weise benachteiligen und sich dem Schicksal der pal\u00e4stinensischen Menschen gegen\u00fcber unempathisch und menschenfeindlich zeigen. In der Idee des \u201eErez Israel\u201c kommen die Menschenrechte der Pal\u00e4stinenser nicht vor. Aus den Opfern von einst sind so T\u00e4ter geworden, die auch vor dem Bau von Atomwaffen und der Drohung mit ihrem Einsatz nicht zur\u00fcckschrecken. In meinen Augen sind alle Regierungen, die glauben, das Recht zu haben, Atomwaffen unter welchen Bedingungen auch immer einzusetzen, die schlimmstm\u00f6glichen Terroristen. Denn es wird dabei mit der Existenz des h\u00f6heren Lebens auf dieser Erde gespielt und das V\u00f6lkerrecht missachtet. Das gilt auch f\u00fcr Israel.<\/p>\n<p>Zugleich nehmen diese T\u00e4ter von heute den Opferstatus von damals f\u00fcr sich in Anspruch und belegen ihre Kritiker mit dem Verdikt des Antisemitismus. Letzten Endes diskreditieren sie den Kampf gegen Antisemitismus, indem sie die Glaubw\u00fcrdigkeit des Eintretens gegen Antisemitismus besch\u00e4digen. Der Vorwurf des Antisemitismus wird zur Rechtfertigungsideologie einer Regierungspolitik, f\u00fcr die nur Juden Opfer sein k\u00f6nnen, und niemals Pal\u00e4stinenser. Wer blind ist f\u00fcr den eigenen Rassismus, die eigene Gewaltaus\u00fcbung, die eigenen Rechtsverletzungen, der kann nicht glaubw\u00fcrdig gegen den Rassismus, die Gewaltaus\u00fcbung und Rechtsverletzungen der Antisemiten argumentieren.<\/p>\n<p>Wer so undifferenziert und oberfl\u00e4chlich die \u201eJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr den Frieden\u201c in die antisemitsche Ecke stellt, wie das beispielsweise der Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, gegenw\u00e4rtig tut, der schw\u00e4cht in Wirklichkeit die Glaubw\u00fcrdigkeit des Engagements gegen antisemitische Stereotype. Die Beteuerungen, nicht jede Kritik an der Regierung und am Staat Israel sei antisemitisch, werden zu offensichtlich leeren Worten. Denn in der politischen Praxis ist es ja dann doch so, dass jeder, der zu politischem Widerstand gegen von Israel ausgehendem Unrecht aufruft, \u00f6ffentlich zum Antisemiten gestempelt und mit Raumverboten und anderen Behinderungen der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung belegt wird.<\/p>\n<p>Dies musste der Begr\u00fcnder der Friedensforschung, Prof. Johann Galtung in den Auseinandersetzungen am Basler \u201eSwiss Peace Institut\u201c erfahren; ebenso der K\u00f6lner Partnerschaftsverein K\u00f6ln-Bethlehem, als er eine Ausstellung \u00fcber die \u201eNakba\u201c aus pal\u00e4stinensischer Sicht in K\u00f6ln zeigen wollte. Auch die US-amerikanische Frauen-Friedensgruppe \u201eCode Pink\u201c steht in der langen Liste der angeblichen Antisemiten.<\/p>\n<p>Wenn die kritiklosen angeblichen Israel-Freunde so weiter machen, sorgen sie noch daf\u00fcr, dass &#8222;Antisemit&#8220; angesichts der Reihe der angeblichen Antisemiten zum Ehrentitel wird. Und das w\u00e4re dann wirklich eine Katastrophe.<\/p>\n<p>Falls Herr Schuster eine Liste ver\u00f6ffentlicht, welche konkrete Kritik an der staatlichen Politik Israels \u201eerlaubt\u201c und nicht antisemitisch ist, werde ich meine Kritik zur\u00fccknehmen.<\/p>\n<p>Ich empfehle zu den Vorg\u00e4ngen um die Verleihung des \u201eG\u00f6ttinger Friedenspreises\u201c an die \u201eJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr den Frieden\u201c den <a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=13462\">offenen Brief von Frau Prof. Reisin<\/a> zur Lekt\u00fcre, der sehr interessante Hintergrundinformationen u. a. zur israelischen Atombombe enth\u00e4lt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Hinweis der Redaktion: wir haben den Titel am 9.3.2019 ge\u00e4ndert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den\u00a0Streit um die Verleihung des mit 3.000 Euro dotierten G\u00f6ttinger Friedenspreises an die &#8222;J\u00fcdische Stimme f\u00fcr den gerechten Frieden in Nahost&#8220;, die heute stattfindet, kommentiert unser Mitglied Harald Fuchs. Von Harald Fuchs.\u00a0 Antisemitische \u00dcberzeugungen&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":110,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[107],"tags":[140,33,45,66],"class_list":["post-13455","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommentar","tag-antisemitismus","tag-atomwaffen","tag-geschichte","tag-israel-palaestina"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/110"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13455"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13455\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13471,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13455\/revisions\/13471"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}