{"id":15048,"date":"2020-06-03T19:27:38","date_gmt":"2020-06-03T17:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=15048"},"modified":"2020-06-03T21:42:07","modified_gmt":"2020-06-03T19:42:07","slug":"atomwaffen-in-buechel-amtsgericht-cochem-vertagt-prozess-gegen-picknick-gruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=15048","title":{"rendered":"Atomwaffen in B\u00fcchel: Amtsgericht Cochem vertagt Prozess gegen \u201ePicknick-Gruppe\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><em>Wir ver\u00f6ffentlichen die heutige Pressemitteilung der Gruppe B\u00fcchel17.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Cochem (Eifel), 3.6.2020.<\/em> Am Amtsgericht Cochem vertagte Richter Zimmermann nach knapp zwei Stunden wegen anderweitiger Termine den Prozess gegen f\u00fcnf aus dem gesamten Bundesgebiet angereiste Atomwaffengegner*innen der \u201ePicknick-Gruppe\u201c von B\u00fcchel17 auf den 19.6.2020. Drei von ihnen hatten noch keine Gelegenheit, dem Gericht die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr Handeln zu erl\u00e4utern. Angeklagt sind eine \u00c4rztin (68 J.) aus N\u00fcrnberg, ein Heilerziehungspfleger (60 J.) aus Ortenberg (Baden), ein Rentner (77 J.) aus L\u00fcchow-Rehbeck, ein Diplom-Sozialarbeiter i. R. (77 J.) aus M\u00fcnchen und ein Musiker (70 J.) aus Herford.<\/p>\n<div id=\"attachment_15051\" style=\"width: 652px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15051\" class=\"wp-image-15051\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-scaled.jpeg\" alt=\"Eine Gruppe Menschen mit Mundschutz steht verteilt hinter und neben einem Stoffbanner mit der Aufschrift &quot;Atombomben auf die Anklagebank!&quot;. Im Hintergrund ein Geb\u00e4ude mit romantischem Natursteinportal.\" width=\"642\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-150x94.jpeg 150w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-768x480.jpeg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-1536x960.jpeg 1536w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-2048x1280.jpeg 2048w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/fullsizeoutput_17fa-80x50.jpeg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><p id=\"caption-attachment-15051\" class=\"wp-caption-text\">Mahnwache vor dem Prozess gegen die &#8222;Picknick-Gruppe&#8220; von B\u00fcchel17 vor dem Amtsgericht Cochem am 3.6.2020. Foto: B\u00fcchel17<\/p><\/div>\n<p>Die zwischen 60 und 77 Jahre alten Friedensaktivist*innen hatten am 30.4.2019 im Raum zwischen zwei Z\u00e4unen, die den Atomwaffen-Standort und Bundeswehr-Flugplatz B\u00fcchel begrenzen, ein \u201eatomwaffenfreies Picknick\u201c veranstaltet und Friedenslieder gesungen. Gleichzeitig hatte eine zw\u00f6lfk\u00f6pfige Gruppe der B\u00fcchel17 das Milit\u00e4rgel\u00e4nde zu einer friedlichen Mahnwache betreten. Die gemeinschaftliche Aktion f\u00fchrte zeitweise zur Unterbrechung des milit\u00e4rischen Flugbetriebs. Die zweite Gruppe wurde ebenfalls angeklagt; die Verhandlung findet am 24.6.2020 statt.<\/p>\n<p>Der beklagte Heilerziehungspfleger Klaus B\u00fcrkle erinnerte an die mehr als 140.000 Toten des Atombombenangriffs auf Hiroshima am 6.8.1945. Die im Rahmen der \u201eNuklearen Teilhabe\u201c in B\u00fcchel gelagerten US-Atombomben B61 verf\u00fcgen jeweils \u00fcber die dreizehnfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Die Bundesregierung rede zwar von Abr\u00fcstung, aber Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer habe mit der Beschaffung der neuen Milit\u00e4rflugzeuge, darunter f\u00fcr den Atombombenkrieg zertifizierte F18, die gr\u00f6\u00dfte Aufr\u00fcstung seit Ende des Kalten Krieges angek\u00fcndigt.<\/p>\n<blockquote><p>Das Argument, aufzur\u00fcsten, um abzur\u00fcsten, ist so, als wolle man w\u00e4hrend der Klimaverhandlungen noch schnell ein paar Kohlemeiler bauen,<\/p><\/blockquote>\n<p>so B\u00fcrkle. Zudem steige durch die Digitalisierung und den Einsatz K\u00fcnstlicher Intelligenz das Risiko eines Atomkriegs aus Versehen. Dazu beantragte der mitangeklagte M\u00fcnchener Sozialarbeiter i. R. G\u00fcnter Wimmer, den Informatikprofessor Karl Hans Bl\u00e4sius als Zeugen zu laden.<\/p>\n<p>Der Musiker Gerd B\u00fcntzly erinnerte an die N\u00fcrnberger Kriegsverbrecherprozesse. Er wies darauf hin, dass die Richter damals die Verantwortung des Einzelnen hervorhoben und weder das Befolgen von Befehlen noch Immunit\u00e4t der politischen Funktionstr\u00e4ger gelten lie\u00dfen.<\/p>\n<blockquote><p>Wir f\u00fchren hier einen \u201eN\u00fcrnberger Prozess\u201c vor dem Ereignis. Denn nach einem Atomkrieg ist das nicht mehr m\u00f6glich,<\/p><\/blockquote>\n<p>so B\u00fcntzly.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<hr \/>\n<p><em>Hintergrundinformationen<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Ziviler Ungehorsam zur Abschaffung der Atomwaffen in B\u00fcchel seit 1997<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Gewaltfreie Aktionen zur Durchsetzung des Abzugs der Atomwaffen aus Deutschland finden seit 1997 in B\u00fcchel statt. Zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten schnitten den Milit\u00e4rzaun auf, betraten des Milit\u00e4rgel\u00e4nde (\u201eGo-In\u201c), hielten nicht genehmigte Versammlungen ab, riefen zu Befehlsverweigerung, Blockaden, Go-In-Aktionen und zum \u201eWhistleblowing\u201c auf. Seitdem wurden mindestens 95 Menschen wegen Straftaten im Zusammenhang mit solchen Aktionen Zivilen Ungehorsams angeklagt, einige von ihnen mehrmals. Dar\u00fcber hinaus gab es einige Bu\u00dfgeldbescheide wegen Ordnungswidrigkeiten. Dreizehnmal gingen Menschen ins Gef\u00e4ngnis, nachdem sie wegen Teilnahme an gewaltfreien Aktionen in B\u00fcchel verurteilt worden waren. Derzeit d\u00fcrften wegen Aktionen Zivilen Ungehorsams zur Abschaffung der Atomwaffen in B\u00fcchel 36 Strafverfahren laufen. Au\u00dferdem sind f\u00fcnf Verfassungsbeschwerden anh\u00e4ngig. Die n\u00e4chsten Verhandlungen im Amtsgericht Cochem wegen Zivilen Ungehorsams in B\u00fcchel sind terminiert f\u00fcr den 8., 10. und 24. Juni sowie f\u00fcr den 2. und 7. September 2020.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Martin Otto, GAAA; Kampagne Wider\u00a7pruch<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Informationen zur Aktion Zivilen Ungehorsams am 30.4.2019:<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Fotos vom 30.4.2019 (Bitte um Namensnennung &#8222;B\u00fcchel17&#8220;):<\/em>\u00a0<em><a href=\"https:\/\/flic.kr\/s\/aHsmCTZ3f8\">Album \u201eB\u00fcchel17\u201c auf Flickr<\/a><\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.atomwaffenfrei.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf_Dateien\/PM_Buechel17_Atomwaffenf reies_Picknick_auf_BW-Flugplatz_Buechel_20190430.pdf\"><em>Pressemitteilung vom 30.4.2019\u00a0<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Einlassung von Gerd B\u00fcntzly am 3.6.2020 (<a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Gerd-B\u00fcntzly_Einlassung-Ziviler-Ungehorsam-gg-Atomwaffen_Amtsgericht-Cochem_20200603_SPERRFRIST.pdf\">pdf zum Download<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><em>Pressekontakt:<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Intveen, 0151 56094920, stefanie.intveen@web.de<\/em><br \/>\n<em>Hintergrundinfos zu weiteren Strafverfahren wegen Aktionen Zivilen Ungehorsams in B\u00fcchel erteilt Martin Otto, <a href=\"http:\/\/www.gaaa.org\">Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen<\/a>, per Email: jur.folgen@gaaa.org<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir ver\u00f6ffentlichen die heutige Pressemitteilung der Gruppe B\u00fcchel17. 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