{"id":15392,"date":"2020-09-12T13:23:33","date_gmt":"2020-09-12T11:23:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=15392"},"modified":"2020-09-12T13:23:33","modified_gmt":"2020-09-12T11:23:33","slug":"kommunalwahlen-in-koeln-henriette-reker-joerg-detjen-und-andreas-kossiski-antworten-auf-friedenspolitische-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=15392","title":{"rendered":"Kommunalwahlen in K\u00f6ln: Henriette Reker, J\u00f6rg Detjen und Andreas Kossiski antworten auf friedenspolitische Fragen"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><em>Das K\u00f6lner Friedensforum hat die Kandidierenden zum B\u00fcrgermeisteramt J\u00f6rg Detjen (Die Linke), Andreas Kossiski (SPD) und Henriette Reker (parteilos, unterst\u00fctzt von CDU und \u201eB\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen\u201c) zu ihrem Verst\u00e4ndnis der friedenspolitischen Aufgaben der Stadt befragt. Hier sind ihre Antworten:<\/em><\/p>\n<\/div>\n<h4>FRAGE 1: Atomwaffen und &#8222;Nukleare Teilhabe&#8220; Deutschlands an US-Atombomben<\/h4>\n<p>Weltweit engagieren sich Menschen daf\u00fcr, die Gefahr der atomaren Vernichtung zu besiegen und die die Zukunft der Menschheit zu sichern. Die Stadt K\u00f6ln ist seit 1985 Mitglied der \u201eMayors for Peace\u201c, der B\u00fcrgermeister f\u00fcr den Frieden, und hat im M\u00e4rz 2019 den St\u00e4dteappell f\u00fcr den Beitritt der BRD zum 2017 beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen unterzeichnet.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung weigert sich dagegen weiterhin, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen, die Verteidigungsministerin will stattdessen Milliarden f\u00fcr die Anschaffung neuer atomwaffenf\u00e4higer Kampfflugzeuge ausgeben. Weiterhin sind US-Atomwaffen in B\u00fcchel, circa 100 Kilometer von K\u00f6ln entfernt, gelagert.<\/p>\n<p>Was wollen Sie unternehmen, um von K\u00f6ln aus weiter f\u00fcr eine Welt ohne Atomwaffen zu wirken?<\/p>\n<p>Wollen Sie als B\u00fcrgermeister*in f\u00fcr den Frieden zusammen mit dem Stadtrat daf\u00fcr eingreifen, dass die US-Atomwaffen aus B\u00fcchel abgezogen werden?<\/p>\n<h4>Henriette Reker: &#8222;Kernwaffen geh\u00f6ren nicht in unsere Welt &#8211; weder nach B\u00fcchel noch an irgendeinen anderen Ort der Welt&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>Den St\u00e4dten kommt in der internationalen V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung eine wichtige symbolische Rolle zu. Wie wir etwa an der Geschichte der St\u00e4dtepartnerschaften ablesen k\u00f6nnen, sind sie der Ursprung der Internationalen Beziehungen. Wo die internationale Politik stockt, bringen St\u00e4dte Bewegung. Sie sichern den Dialog. Ich werde mich als Oberb\u00fcrgermeisterin weiter f\u00fcr eine kernwaffenfreie Welt einsetzen. Kernwaffen geh\u00f6ren nicht in unsere Welt \u2013 weder nach B\u00fcchel noch an irgendeinen anderen Ort der Welt. Mit Mandat des Stadtrates werde ich mich bei der Bundesregierung weiter f\u00fcr eine Friedenspolitik einsetzen, die auf beidseitige Abr\u00fcstung zielt.<\/p><\/blockquote>\n<h4>J\u00f6rg Detjen: &#8222;Ich werde mir auch als B\u00fcrgermeister das Recht nehmen, gegen Atomwaffen zu demonstrieren und dabei alle legalen Widerstandsformen auszusch\u00f6pfen&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>Ich trete daf\u00fcr ein, Kommunen eine kommunale Au\u00dfenpolitik zu erm\u00f6glichen. Das halte ich in der Frage der Aufnahme von Gefl\u00fcchteten \u00fcber die gesetzlich festgelegte Zahl hinaus f\u00fcr wichtig. Es w\u00fcrde auch bedeuten, dass Stadtr\u00e4te ihre Stadt k\u00fcnftig zur \u201eAtomwaffenfreien Zone\u201c erkl\u00e4ren k\u00f6nnten. Solche symbolischen Aktionen schaffen Aufmerksamkeit und sind ein kraftvolles Zeichen daf\u00fcr, dass atomare Bewaffnung nicht mehrheitsf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Ich werde mir auch als B\u00fcrgermeister das Recht nehmen, gegen Atomwaffen zu demonstrieren und dabei alle legalen Widerstandsformen auszusch\u00f6pfen. Und dazu w\u00fcrde ich auch meine Ratskolleg\/innen ermuntern.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Andreas Kossiski: Werde mich daf\u00fcr einsetzen, in der K\u00f6lner Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Abzug der US-Atomwaffen zu werben, und junge Generation vor Gefahren der atomaren Aufr\u00fcstung zu sensibilisieren<\/h4>\n<blockquote><p>Als K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister werde ich meinen Einfluss u. a. \u00fcber den St\u00e4dtetag und die SGK (Sozialdemokratische Gemeinschaft f\u00fcr Kommunalpolitik) nutzen, um bei der Bundespolitik daf\u00fcr zu werben, f\u00fcr eine atomwaffenfreie Welt st\u00e4rker einzutreten. Gerade die in der Eifel stationierten US-Atomwaffen zeigen deutlich, wie nah diese Thematik f\u00fcr die Stadt K\u00f6ln ist. Daher bin ich auch froh und dankbar, dass mit Rolf M\u00fctzenich und Norbert Walter-Borjans zwei K\u00f6lner Sozialdemokraten in Spitzenfunktionen sich in Berlin f\u00fcr den Abzug der US-Atomwaffen einsetzen und dieser Frage wieder bundesweite Aufmerksamkeit besorgt haben.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr m\u00fcssen wir insbesondere in der K\u00f6lner Bev\u00f6lkerung mehr werben und die Menschen, gerade die junge Generation, vor den Gefahren der atomaren Aufr\u00fcstung sensibilisieren. Hierf\u00fcr werde ich mich gerne einsetzen.<\/p><\/blockquote>\n<h4>FRAGE 2: Milit\u00e4rausgaben und Finanzierung kommunaler Daseinsvorsorge<\/h4>\n<p>Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen der Zivilgesellschaft haben den Appell \u201eAbr\u00fcsten statt Aufr\u00fcsten\u201c initiiert, den mittlerweile \u00fcber 170 000 Personen unterzeichnet haben. <a href=\"https:\/\/abruesten.jetzt\/\">Darin<\/a> hei\u00dft es unter anderem:<\/p>\n<blockquote><p>Die Bundesregierung plant, die R\u00fcstungsausgaben nahezu zu verdoppeln, auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP). So wurde es in der NATO vereinbart. Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen, so bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenh\u00e4usern, \u00f6ffentlichem Nahverkehr, Kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung, \u00f6kologischem Umbau, Klimagerechtigkeit und internationaler Hilfe zur Selbsthilfe.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie beantworten Sie den Widerspruch zwischen der weiterhin forcierten Steigerung der Milit\u00e4r- und R\u00fcstungsausgaben und dem Erfordernis einer ausk\u00f6mmlichen Finanzierung kommunaler Daseinsvorsorge?<\/p>\n<p>Sehen Sie sich in der Verantwortung, in dieser bundespolitischen Frage einzugreifen?<\/p>\n<h4>Henriette Reker: Stehe zur Erf\u00fcllung der Vereinbarung mit unseren Verb\u00fcndeten [Zwei-Prozent-Ziel], aber ausk\u00f6mmliche Finanzierung kommunaler Haushalte dringender als Steigerung des Wehretats<\/h4>\n<blockquote><p>Auch hier kommt der Stadt eine symbolische Rolle zu, die ich gerne weiter nutzen werde. Grunds\u00e4tzlich stehe ich zu Westbindung und NATO-Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland. Ich stehe auch dazu, dass wir die Vereinbarung, welche die CDU\/SPD-gef\u00fchrte Bundesregierung 2014 mit unseren Verb\u00fcndeten eingegangen ist, erf\u00fcllen. Gleichwohl sehe ich angesichts der Herausforderungen der Coronakrise in der Tat dringenderen Bedarf an einer ausk\u00f6mmlichen Finanzierung der kommunalen Haushalte als an einer Steigerung des Wehretats.<\/p><\/blockquote>\n<h4>J\u00f6rg Detjen: R\u00fcstungsausgaben, K\u00fcrzungen im Sozialbereich und angestiegene Sozialausgaben oft aufgegriffen &#8211; w\u00fcrde gerne B\u00fcndnisse im Deutschen St\u00e4dtetag schmieden<\/h4>\n<blockquote><p>Die Unterfinanzierung der Kommunen sollte ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr alle engagierten Kommunalpolitiker sein. Meine Partei hat den Zusammenhang von R\u00fcstungsausgaben, den dazu vorgenommenen K\u00fcrzungen im Sozialbereich und den dadurch gleichzeitig angestiegenen Sozialausgaben (mangelnde und schlechte Bildung, mehr Gefl\u00fcchtete durch Krieg etc.) oft aufgegriffen und skandalisiert.<\/p>\n<p>Ein Oberb\u00fcrgermeister hat hier nat\u00fcrlich viel mehr M\u00f6glichkeiten, B\u00fcndnisse in Gremien wie dem Deutschen St\u00e4dtetag zu schmieden. Diese M\u00f6glichkeit w\u00fcrde ich gerne wahrnehmen.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Andreas Kossiski: Es kann nicht sein, dass Flugzeugtr\u00e4ger gegen\u00fcber der Sanierung von Schulen, dem Ausbau des \u00d6PNV oder der Schaffung von Wohnungen bevorzugt werden<\/h4>\n<blockquote><p>Die SPD hat im Bund eine klare Richtung vorgegeben, f\u00fcr die ich sehr dankbar bin. Es kann nicht sein, dass wir in den St\u00e4dten und Kommunen uns von Nothaushalt zu Nothaushalt retten m\u00fcssen, viele Aufgaben nicht mehr wahrnehmen k\u00f6nnen und statt den angesprochenen notwendigen Sanierungen der Schulen, dem Ausbau des \u00d6PNV oder der dringenden Schaffung von Wohnungen, um nur drei f\u00fcr K\u00f6ln wichtige Punkte zu nennen, Flugzeugtr\u00e4ger bevorzugt werden.<\/p>\n<p>Als Oberb\u00fcrgermeister der viertgr\u00f6\u00dften Stadt sehe ich mich da in einer gro\u00dfen Verantwortung, bundespolitisch st\u00e4rker einzugreifen und sehe es als gro\u00dfen Vorteil an, einer Partei anzugeh\u00f6ren, die sich seit Jahren im Bund durch verantwortungsbewusste Regierungsarbeit auszeichnet. Wir brauchen starke Kommunen, denn diese sind das Herz und die Basis unserer Demokratie, die sich zurzeit schlimmer Angriffe ausgesetzt sieht. Um dies sicherstellen zu k\u00f6nnen, braucht es finanziell starke und handlungsf\u00e4hige St\u00e4dte.<\/p><\/blockquote>\n<h4>FRAGE 3: Patenschaft der Stadt K\u00f6ln f\u00fcr Schiff der Seenotrettung statt f\u00fcr Kriegsschiff?<\/h4>\n<p>Die Stadt K\u00f6ln hat erneut die Patenschaft f\u00fcr die \u201eKorvette K\u00f6ln\u201c \u00fcbernommen und kn\u00fcpft damit an die kolonialen und militaristischen Traditionslinien von den Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine und der Wehrmacht mit den Namen \u201eK\u00f6ln\u201c bzw \u201eC\u00f6ln\u201c sowie die damaligen expansiven Kriegsziele an.<\/p>\n<p>Was halten Sie davon, einen Bruch mit dieser militaristischen Tradition zu vollziehen, die Patenschaft f\u00fcr das Kriegsschiff zu beenden und stattdessen eine Patenschaft f\u00fcr ein Schiff der Seenotrettung zu \u00fcbernehmen?<\/p>\n<h4>Henriette Reker: &#8222;Der Bundesregierung bzw. der Bundeswehr sind Angriffskriege per Verfassung verboten. Wenn \u00fcberhaupt werden diese Schiffe also zu Verteidigungs- oder humanit\u00e4ren Zwecken eingesetzt.&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>K\u00f6ln ist mit dem Heeresamt und weiteren Einrichtungen einer der gr\u00f6\u00dften Standorte der Bundeswehr in Deutschland. Wir k\u00f6nnen stolz sein auf den klaren Bruch mit der imperialistischen, rassistischen, antisemitischen und nationalsozialistischen Vergangenheit vor 1949. Die Bundeswehr\u00a0steht fest auf den F\u00fc\u00dfen des Grundgesetzes. Die Bundesmarine steht ausdr\u00fccklich nicht in der Tradition von Kaiserlicher Marine und nationalsozialistischer Kriegsmarine. Ich halte es daher f\u00fcr sinnvoll, wenn die Verankerung der Bundeswehr in der Mitte unserer Gesellschaft, als Teil unseres Rechtsstaats auch mit der Namensgebung von Schiffen deutlich wird. Der Bundesregierung bzw. der Bundeswehr sind Angriffskriege per Verfassung verboten. Wenn \u00fcberhaupt werden diese Schiffe also zu Verteidigungs- oder humanit\u00e4ren Zwecken eingesetzt. Der Patenschaft f\u00fcr ein Seenotrettungsschiff stehe ich grunds\u00e4tzlich offen gegen\u00fcber.<\/p><\/blockquote>\n<h4>J\u00f6rg Detjen: &#8222;Bin dagegen, dass die Stadt sich positiv auf Waffen bezieht&#8220; &#8211; &#8222;Patenschaft mit einem Kriegsschiff verwerflich&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>Ich bin ebenso wie DIE LINKE dagegen, dass die Stadt sich positiv auf Waffen bezieht. Eine Patenschaft mit einem Kriegsschiff halte ich f\u00fcr verwerflich, weil es Stolz und Verbundenheit mit dieser T\u00f6tungsmaschinerie ausdr\u00fcckt. Aus diesem Grund lehne ich auch die sog. Traditionspflege mit Ehrungen und Denkm\u00e4lern bezogen auf milit\u00e4rische Eins\u00e4tze ab. Folgerichtig hat DIE LINKE 2006 die Restaurierung und Pflege eines Kutterwracks des Kreuzers C\u00f6ln, das immer noch in der Eigelsteintorburg h\u00e4ngt, abgelehnt, \u00fcbrigens als einzige der damals im Rat vertretenen Fraktionen.<\/p>\n<p>Stattdessen habe ich gro\u00dfe Sympathien f\u00fcr eine Patenschaft mit einem Schiff der Seenotrettung. Jede kreative Idee, die dazu f\u00fchrt, dass mehr Menschen aus der Seenotrettung bei uns aufgenommen werden und einen sicheren Hafen finden, lohnt es sich auszuprobieren.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Andreas Kossiski: Marineschiffe dienen auch der internationalen Konfliktverh\u00fctung und Krisenbew\u00e4ltigung &#8211; Patenschaft f\u00fcr Schiff der Seenotrettung &#8222;sehr gute Idee&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>Ich sehe keine Fortsetzung kolonialistischer Herrschaftspolitik durch den Einsatz von Marineschiffen, die auch der internationalen Konfliktverh\u00fctung und Krisenbew\u00e4ltigung dienen.<\/p>\n<p>Eine Patenschaft f\u00fcr ein Schiff der Seenotrettung durch die Stadt K\u00f6ln halte ich aber f\u00fcr eine sehr gute Idee, die ich gerne als Oberb\u00fcrgermeister aufnehmen werde. Ich bin froh, dass K\u00f6ln sich den \u201eSicheren H\u00e4fen\u201c der Seenotbr\u00fccke angeschlossen hat.<\/p>\n<p>Als Oberb\u00fcrgermeister werde ich meinen Einfluss in der Bundespolitik gelten machen, damit die Kommunen ihre Hilfe, die sie leisten wollen und k\u00f6nnen auch umsetzen k\u00f6nnen, um die unmenschlichen Zust\u00e4nde in den Fl\u00fcchtlingslagern zu beenden.<\/p><\/blockquote>\n<h4>FRAGE 4: Bundeswehr-Werbung im \u00f6ffentlichen Raum und auf Messen &#8211; Rekrutierung Jugendlicher durch das Milit\u00e4r<\/h4>\n<p>Aufgrund von breiten Protesten hat die K\u00f6lnMesse 2016 die k\u00fcnftige Vermietung von Messehallen an die Milit\u00e4r- und R\u00fcstungsmesse \u201eITEC\u201c abgesagt. Weiterhin findet aber in K\u00f6ln Werbung f\u00fcr die Bundeswehr unter anderem auf auf Plakatw\u00e4nden im \u00f6ffentlichen Raum, der Computerspielemesse \u201eGamescom\u201c sowie auf der Bildungsmesse \u201eDidacta\u201c statt.<\/p>\n<p>Dies ist auch vor dem Hintergrund problematisch, dass Deutschland zu der Minderheit von nur 46 Staaten geh\u00f6rt, in der Minderj\u00e4hrige f\u00fcr den Dienst an Waffe angeworben und rekrutiert werden.\u00a0Der UN-Ausschuss f\u00fcr die Rechte des Kindes hat ein seiner Empfehlung an Deutschland besorgt gezeigt \u00fcber<\/p>\n<blockquote><p>verschiedene Werbekampagnen f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte, die insbesondere auf Kinder abzielen, sowie die Pr\u00e4senz von Vertretern der Streitkr\u00e4fte im schulischen Bereich, die mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sprechen und Aktivit\u00e4ten organisieren<\/p><\/blockquote>\n<p>und <a href=\"https:\/\/www.tdh.de\/fileadmin\/user_upload\/inhalte\/04_Was_wir_tun\/Themen\/Weitere_Themen\/Bundeswehr\/Hintergrundpapier_Minderjaehrige_und_Bundeswehr_DtBuendnisKindersoldaten_Mai17.pdf\">empfiehlt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) dass der Vertragsstaat: a) das Mindestalter der Rekrutierung f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte auf 18 Jahre festlegt, b) alle Formen von Werbekampagnen f\u00fcr die deutschen Streitkr\u00e4fte, die auf Kinder abzielen, verbietet (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Plakatwerbung basiert auf Vertr\u00e4gen der Stadt K\u00f6ln mit bspw. der Str\u00f6er-Gruppe und erfolgt oft im unmittelbaren Umfeld von Kinder- und Jugendeinrichtungen.<\/p>\n<p>Wie stehen Sie zur Rekrutierung Minderj\u00e4hriger sowie der Beteiligung der Bundeswehr an der Gamescom und der Bildungsmesse \u201eDidacta\u201c und was gedenken Sie zu tun, um den Empfehlungen des UN-Ausschusses gerecht zu werden?<\/p>\n<h4>Henriette Reker: Rekrutierung Minderj\u00e4hriger &#8222;durchaus problematisch&#8220; &#8211; ihr Anteil an der Gesamtzahl der neuen Rekruten war 2019 mit 8% aber &#8222;gering&#8220; und wird sinken<\/h4>\n<blockquote><p>Die Rekrutierung Minderj\u00e4hriger sehe ich durchaus problematisch, auch wenn ihr Anteil an der Gesamtzahl der neuen Rekruten mit 8% im vergangenen Jahr vergleichsweise gering war. Mit der R\u00fcckkehr zu G9 wird diese Zahl absehbar zudem deutlich sinken. Auch sind minderj\u00e4hrigen Rekruten der Dienst an der Waffe sowie Auslandseins\u00e4tze strikt verboten. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen wir einer Freiwilligenarmee wie der Bundeswehr M\u00f6glichkeiten zur Information und Rekrutierung er\u00f6ffnen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass die freie Entscheidung von Berufsanf\u00e4ngern f\u00fcr eine Karriere in den Streitkr\u00e4ften generell zu erm\u00f6glichen ist.<\/p><\/blockquote>\n<h4>J\u00f6rg Detjen: Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen &#8211; pr\u00fcfen lassen, inwieweit man [Bundeswehr-]Werbung aus Stadtbild verbannen kann<\/h4>\n<blockquote><p>Meiner Meinung nach hat die Bundeswehr weder an Schulen noch in Kinder- und Jugendeinrichtungen etwas zu suchen. Ein Problem in der Bek\u00e4mpfung dieses Missbrauchs des st\u00e4dtischen Einflusses ist es, dass die Stadt sich da \u00e4u\u00dferst bedeckt h\u00e4lt, was wann stattgefunden hat. Wir haben \u00fcber Anfragen versucht, Licht in das Dunkel zu bringen, konnten aber wenig herausfinden.<\/p>\n<p>Der Hinweis auf die klare Haltung des UN-Ausschusses dazu ist hilfreich. Als Oberb\u00fcrgermeister w\u00fcrde ich meinen Einfluss bei der Messe einsetzen, um die Bundeswehr von dort zu verbannen. Ich w\u00fcrde auch den bestehenden Werbenutzungsvertrag juristisch dahingehend pr\u00fcfen lassen, inwieweit man diese Werbung aus dem Stadtbild verbannen kann. Auch wenn ich nicht gew\u00e4hlt werde, werde ich an diesen Themen im Stadtrat weiterarbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Andreas Kossiski: Bundeswehr schlie\u00dft &#8222;Dienst sowie Ausbildung an der Waffe&#8220; f\u00fcr Minderj\u00e4hrige aus &#8211; Werbeverbot f\u00fcr Bundeswehr pr\u00fcfen lassen<\/h4>\n<blockquote><p>Es stimmt nicht, dass Minderj\u00e4hrige zum Dienst an der Waffe herangezogen werden. Richtig ist, dass junge Menschen unter 18 Jahren nach ihrem Schulabschluss auch die M\u00f6glichkeit haben, bei der Bundeswehr eine Ausbildung anzufangen. Diese schlie\u00dft, solange sie minderj\u00e4hrig sind, den Dienst sowie Ausbildung an der Waffe aus. Es ist gut, dass die Bundeswehr eine B\u00fcrger*innen-Armee ist. Dies gilt es zu f\u00f6rdern und zu st\u00e4rken, um gerade rechtsextremen Tendenzen in der Armee entgegentreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zivilrechtlich ist ein Werbeverbot f\u00fcr die Bundeswehr wahrscheinlich schwierig durchzusetzen, aber ich werde diese M\u00f6glichkeit mitnehmen und pr\u00fcfen lassen.<\/p><\/blockquote>\n<h4>FRAGE 5: M\u00f6glichkeiten der Stadt K\u00f6ln f\u00fcr Abr\u00fcstung, Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung<\/h4>\n<div>Wie sollte die Stadt K\u00f6ln dar\u00fcber hinaus Abr\u00fcstung, Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung st\u00e4rken?<\/div>\n<h4>Henriette Reker: &#8222;St\u00e4dtepartnerschaften und internationalen Sch\u00fcleraustausch st\u00e4rken&#8220; &#8211; &#8222;entschiedene Streiterin f\u00fcr Abr\u00fcstung und internationale Verst\u00e4ndigung sowie Solidarit\u00e4t&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>Unser st\u00e4rkstes Instrument ist die Erm\u00f6glichung von direktem Kontakt zwischen den Menschen \u2013 vor allem zwischen Schulklassen aus verschiedenen L\u00e4ndern. Ich m\u00f6chte die St\u00e4dtepartnerschaften ausbauen \u2013 auch im Hinblick auf Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung \u2013 und werde daher den internationalen Sch\u00fcleraustausch zwischen K\u00f6ln und seinen Partnerst\u00e4dten st\u00e4rken. Auch haben Sie in mir wie bisher eine entschiedene Streiterin f\u00fcr Abr\u00fcstung und internationale Verst\u00e4ndigung sowie Solidarit\u00e4t.<\/p><\/blockquote>\n<h4>J\u00f6rg Detjen: Beitrag leisten, Konflikte zwischen Menschen in K\u00f6ln zu entsch\u00e4rfen<\/h4>\n<blockquote><p>In K\u00f6ln leben Menschen \u00fcber 180 Nationen. Viele haben noch starke Bindungen an das Land, aus dem sie oder ihre Familie urspr\u00fcnglich kamen. Einige tragen auch die Konflikte aus ihren Heimatl\u00e4ndern mit sich. Diese entz\u00fcnden sich hier an Ereignissen\u00a0 wie dem Versuch, ein Denkmal f\u00fcr den V\u00f6lkermord an den Armeniern aufzustellen. Als Oberb\u00fcrgermeister s\u00e4he ich meine Aufgabe auch darin, solche Konflikte zu moderieren und einen Beitrag zu leisten, sie zu entsch\u00e4rfen.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Andreas Kossiski: &#8222;Viel mehr in St\u00e4dtepartnerschaften investieren&#8220; und &#8222;den internationalen Jugendaustausch st\u00e4rker f\u00f6rdern&#8220;<\/h4>\n<blockquote><p>K\u00f6ln hat viele wunderbare St\u00e4dtepartnerschaften, welche von der Stadtspitze leider in den letzten Jahren zu wenig gew\u00fcrdigt und gepflegt wurden. Hier muss die Stadt K\u00f6ln viel mehr investieren und zusammen mit den Schulen und den Vereinen den internationalen Jugendaustausch st\u00e4rker f\u00f6rdern. Denn beim Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die anderen Kulturen und Menschen aus anderen L\u00e4ndern f\u00e4ngt f\u00fcr mich die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung an. Meine Frau ist Italienerin, Teile meiner Familie leben in Brasilien, und ich bin Mitglied im\u00a0St\u00e4dtepartnerschaftsverein K\u00f6ln-Rio. Direkter und gelebter internationaler Austausch ist f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich und seit langem ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_15425\" style=\"width: 2058px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15425\" class=\"size-full wp-image-15425\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1608\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2.jpg 2048w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2-150x118.jpg 150w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2-768x603.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2-1536x1206.jpg 1536w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Klaus-Mueller_Flagge-MfP-Rathausturm-Koeln_20160708_P2060810_2-100x80.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><p id=\"caption-attachment-15425\" class=\"wp-caption-text\">Flagge der Mayors for Peace vor dem Rathausturm K\u00f6ln. 8.7.2017. Foto: Klaus Reinhard M\u00fcller (CC BY-SA 4.0)<\/p><\/div>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Wahlpruefsteine-Friedensforum-2020-kommunal.pdf\">Alle Antworten zum Download<\/a><\/p>\n<p><em>Hinweis der Redaktion: offensichtliche Tippfehler wurden korrigiert. Ein nicht funktionierender Link zur Seite von terre des hommes in Frage 4 wurde korrigiert.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Henriette-Reker-a-Koelner-Friedensforum_Wahlpruefsteine-OB-Wahl-Koeln_20200800.pdf\"><em>Antworten Henriette Reker<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Joerg-Detjen-a-Koelner-Friedensforum_Wahlpruefsteine-OB-Wahl-Koeln_20200800.pdf\"><em>Antworten J\u00f6rg Detjen<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Andreas-Kossiski-a-Koelner-Friedensforum_Wahlpruefsteine-OB-Wahl-Koeln_20200821.pdf\"><em>Antworten Andreas Kossiski<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das K\u00f6lner Friedensforum hat die Kandidierenden zum B\u00fcrgermeisteramt J\u00f6rg Detjen (Die Linke), Andreas Kossiski (SPD) und Henriette Reker (parteilos, unterst\u00fctzt von CDU und \u201eB\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen\u201c) zu ihrem Verst\u00e4ndnis der friedenspolitischen Aufgaben der&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":110,"featured_media":15425,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[105],"tags":[42,33,126,48,61,190],"class_list":["post-15392","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bericht","tag-abruestung","tag-atomwaffen","tag-bildung","tag-bundeswehr","tag-kommunale-friedensarbeit","tag-staedtepartnerschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/110"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15392"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15426,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15392\/revisions\/15426"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}