{"id":16651,"date":"2021-04-06T22:39:14","date_gmt":"2021-04-06T20:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=16651"},"modified":"2021-04-06T22:39:14","modified_gmt":"2021-04-06T20:39:14","slug":"solidarisches-klimabuendnis-beim-ostermarsch-gemeinsam-mit-den-vielen-die-welt-erkaempfen-die-wir-uns-wuenschen-gerecht-oekologisch-und-friedlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=16651","title":{"rendered":"Solidarisches Klimab\u00fcndnis beim Ostermarsch: &#8222;Gemeinsam mit den Vielen die Welt erk\u00e4mpfen, die wir uns w\u00fcnschen &#8211; gerecht, \u00f6kologisch und friedlich!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Beim Ostermarsch-Auftakt am 3.4.2021 hielt Paul eine Rede f\u00fcr das &#8222;Solidarische Klimab\u00fcndnis&#8220;:<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Hallo zusammen!<\/p>\n<p>Ich bin Paul vom Solidarischen Klimab\u00fcndnis. Da glaube ich viele Menschen noch nie von uns geh\u00f6rt haben, kurz ein paar Worte zu uns: Wir sind ein Zusammenschluss aus Klimagerechtigkeitsgruppen, Gewerkschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen \u2013 Darunter auch die DFG-VK, die uns f\u00fcr heute eingeladen hat. Wir haben uns im Zuge der &#8222;Fridays for Future&#8220;-Gro\u00dfdemos im Jahr 2019 gegr\u00fcndet und gemeinsam die Streiks organisiert, aber zum Beispiel auch im letzten Jahr Solidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr die Streikenden aus dem Nahverkehr, die bei ver.di organisiert sind, veranstaltet.<\/p>\n<p>Unser Ziel ist es im Raum K\u00f6ln-Leverkusen-Bonn eine sozial- \u00f6kologische Wende voranzubringen. Das bedeutet f\u00fcr uns, die Klimakrise nicht nur als ein alleinstehendes Problem zu betrachten, sondern als einen Komplex zu begreifen. Denn nicht die Menschen, die ihr t\u00e4glich Brot in der Kohlegrube verdienen, sind das Problem, sondern das Geflecht aus Politik und Wirtschaft, das eine tote Industrie noch 17 Jahre k\u00fcnstlich am Leben erh\u00e4lt. Nicht die alleinerziehende Mutter, die von ihrem wenigen Geld f\u00fcr sich und ihre Kinder billig produziertes Fleisch einkauft, sondern die Erlaubnis und F\u00f6rderung von Massentierhaltung sind das Problem. Nicht die Menschen, die im zerst\u00f6rten Nigerdelta im Auftrag von Shell f\u00fcr wenige Cents das Erd\u00f6l unserer Motoren f\u00f6rdern, sondern ihre Ausbeutung sind das Problem. F\u00fcr uns ist glasklar: Der Schutz unserer Umwelt und der globale Kampf f\u00fcr soziale Gerechtigkeit sind nicht gegens\u00e4tzlich &#8211; sie k\u00f6nnen nur Hand in Hand gedacht werden!<\/p>\n<p>Deshalb werden wir uns weiter gegen das Ausspielen von Arbeitspl\u00e4tzen und Klimaschutzinteressen stellen!<\/p>\n<div id=\"attachment_16669\" style=\"width: 371px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16669\" class=\" wp-image-16669\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-scaled.jpg\" alt=\"Ein junger Mann mit hellem Bart in bunter Windjacke spricht in ein Mikro.\" width=\"361\" height=\"541\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-scaled.jpg 1707w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-133x200.jpg 133w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0271-1365x2048.jpg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><p id=\"caption-attachment-16669\" class=\"wp-caption-text\">Paul vom &#8222;Solidarischen Klimab\u00fcndnis&#8220; beim Ostermarsch-Auftakt in K\u00f6ln am 3.4.2021. Foto: Stefanie Intveen<\/p><\/div>\n<p>Und in der Reihe an Krisen, in der wir uns befinden, treten auch immer st\u00e4rker die anderen Symptome des strukturellen Problems, mit dem wir uns konfrontiert sehen, ans Tageslicht: Weltweit werden Menschen f\u00fcr ihre Herkunft, ihre Hautfarbe, ihr Geschlecht oder ihre Sexualit\u00e4t unterdr\u00fcckt und dazu gezwungen, an der Zerst\u00f6rung unserer Lebensgrundlage mitzuwirken. Allein das Fortbestehen dieser Strukturen sorgt daf\u00fcr, dass wenige viel haben. Und da wo wenige viel haben, haben nun mal viele wenig. Ergo: Wenn wir nicht begreifen, dass wir eine Umverteilung und damit auch eine Demokratisierung der weltweiten Ressourcen brauchen, haben wir keine Chance im Kampf gegen die Klimakrise, gegen koloniale Strukturen und gegen Kriege!<\/p>\n<p>Wir sind hier, um gegen den absoluten Gipfel der Perversion des Ist-Zustands zu demonstrieren: Bewaffnete Konflikte. Denn der gr\u00f6\u00dfte Hohn an Krieg ist, dass sich mit dem T\u00f6ten von Menschen Geld verdienen l\u00e4sst. Viel Geld. Kein Wunder also, dass auch deutsche Waffen in Gebiete geliefert werden, in denen sich die Ausgebeuteten gegenseitig bek\u00e4mpfen, weil sie politisch unterdr\u00fcckt werden. Oder weil ihnen noch nicht einmal ein Existenzminimum zugesichert werden kann. In Gebiete, in denen die ungerechten Gesellschaftsstrukturen von gestern den immer schlimmer werdenden Problemen von heute, wie zum Beispiel der Klimakrise, standhalten sollen. Doch anstatt die Waffenlieferungen zu beenden und damit die Eskalation von Konflikten nicht weiter anzufeuern, wird die Abw\u00e4rtsspirale nur weiter verst\u00e4rkt. Denn nicht nur die Zivilist*innen fallen Bombardements zum Opfer, sondern auch ihre W\u00e4lder, ihre H\u00e4user und an langer Hand auch das globale Klima. Ich denke es ist bekannt, dass das US-amerikanische Milit\u00e4r mehr Emissionen verbraucht, als alle L\u00e4nder Afrikas. Um die Arroganz am Ende dieser Kette zu komplettieren, intervenieren dann L\u00e4nder aus dem globalen Norden, um \u201ehumanit\u00e4re Hilfe\u201c zu leisten. Wie absurd ist es bitte, dass unsere Hilfsstrukturen Menschen notd\u00fcrftig versorgen sollen, die sich vorher mit den von uns gelieferten und von unserer Regierung genehmigten Kriegsmaschinen umgebracht haben?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Nicht zu vergessen ist im Zusammenhang von Krieg und Klimakrise nat\u00fcrlich auch noch der Fakt, dass es bei den Konflikten immer wieder um die strategische Sicherung fossiler und dreckiger Brennstoffe f\u00fcr unsere Industrie geht. Egal ob um \u00d6l im Irak oder Erdgas in Syrien, Libyen und der Ukraine \u2013 das westliche Interesse an diesen Konflikten steht h\u00e4ufig auch im Zusammenhang mit der Wahrung der eigenen Energieversorgung.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zum gro\u00dfen Muster, dass ich versucht habe aufzumachen: Erst beuten wir die Menschen aus, um im globalen Norden Umweltkatastrophen, konkret die Klimakrise anzufeuern. Darauf folgt ein gr\u00f6\u00dferer Druck auf die Gesellschaften im globalen S\u00fcden, was zu Migration oder Aufst\u00e4nden f\u00fchrt. Die fl\u00fcchtenden Menschen lassen wir an unseren Grenzen elendig verrecken, w\u00e4hrend wir Waffen in die Krisengebiete liefern und damit die Armut und das Elend noch weiter verst\u00e4rken.<br \/>\nKrieg ist also nicht nur Treiber der Klimakrise, sondern auch eine logische Folge. Doch damit nicht genug. Erinnern wir uns zur\u00fcck an die anderen Formen der systematischen Unterdr\u00fcckung: Frauen leiden deutlich mehr unter der Klimakrise als M\u00e4nner. Die meisten Menschen, deren Leben der Klimawandel schon heute ma\u00dfgeblich beeinflusst, sind nicht-wei\u00dfe Menschen im globalen S\u00fcden. Und zu guter Letzt ist da noch die Abschottung der Verursacher und das Erstarken rechter Strukturen in Folge der zunehmenden Migration in Richtung Europa und die USA. Unser Kampf f\u00fcr das Klima ist ein Kampf gegen Rassismus, Sexismus und gegen Rechts!<\/p>\n<p>Wer die Verlierer*innen von Krieg sind, ist, denke ich, klar geworden. Spannender ist die Frage, wer die Gewinner*innen von Krieg sind? Das bin unter anderem ich. Das sind aber vermutlich auch viele aus dem Publikum. Denn wir sitzen in Deutschland beziehungsweise dem globalen Norden auf dem Reichtum, der durch jahrhundertelangen Imperialismus generiert wurde. Einige mehr, andere weniger. Am meisten haben aber sicherlich die Drahtzieher*innen hinter der globalen Ungerechtigkeit profitiert: Sie sind gefangen im Glauben an das unendliche Wachstum und ihren Gott, das Geld. Doch das Skurrile ist: Ich vermute, dass selbst, wenn sie wollten, sie vermutlich nicht mehr umkehren k\u00f6nnten. Zu sehr ern\u00e4hrt sich das System von selbst. Wer nicht mehr mitspielen mag, ist schnell weg vom Fenster. Auch deshalb werden wir weiter ins offene Messer laufen, wenn wir nicht endlich unsere Privilegien erkennen, mit ihnen brechen und gemeinsam mit den Vielen die Welt erk\u00e4mpfen, die wir uns w\u00fcnschen &#8211; gerecht, \u00f6kologisch und friedlich!<\/p>\n<div id=\"attachment_16657\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16657\" class=\"size-full wp-image-16657\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-scaled.jpg\" alt=\"Menschen in Winterkleidung wuseln vor einer improvisierten B\u00fchne. Einige sitzen auf einer Bierbank. Alle tragen Mund-Nase-Masken. In der Mitte eine h\u00fcbsche Frau, die l\u00e4ssig eine blaue Flagge tr\u00e4gt. Im Hintergrund eine Autoaufschrift &quot;Frieden schaffen ohne Waffen&quot;.\" width=\"2560\" height=\"1707\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DSC_0202-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><p id=\"caption-attachment-16657\" class=\"wp-caption-text\">Ostermarsch-Auftakt auf dem Bahnhofsvorplatz in K\u00f6ln am 3.4.2021. Foto: Stefanie Intveen<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Ostermarsch-Auftakt am 3.4.2021 hielt Paul eine Rede f\u00fcr das &#8222;Solidarische Klimab\u00fcndnis&#8220;: Hallo zusammen! 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