{"id":18298,"date":"2024-04-07T17:27:43","date_gmt":"2024-04-07T15:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18298"},"modified":"2024-04-07T17:34:42","modified_gmt":"2024-04-07T15:34:42","slug":"tanya-ury-nicht-in-unserem-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18298","title":{"rendered":"Tanya Ury: &#8222;Nicht in unserem Namen!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Wir dokumentieren hier die Rede von Tanya Ury, J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost beim K\u00f6lner Ostermarsch am 30.03.2024:<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Ich bin Tanya Ury, Mitglied der J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost. Und wir sagen: <strong>Nicht in unseren Namen!<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_18276\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18276\" class=\"size-medium wp-image-18276\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0081-500x500.jpg\" alt=\"Eine Frau mit grauen Locken spricht in ein Mikro. Ein \u00e4lterer Mann mit grauem Haarkranz und Brille schaut ihm ernst von hinten zu.\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0081-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0081-80x80.jpg 80w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0081-320x320.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-18276\" class=\"wp-caption-text\">Tanya Ury, J\u00fcdische Stimme f\u00fcr einen gerechten Frieden in Nahost, beim Ostermarsch, Roncalliplatz, K\u00f6ln, 30.3.2024. Foto: Stefanie Intveen<\/p><\/div>\n<p>Ich bin J\u00fcdin und Britin mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit. Seit Jahrzehnten beobachte ich wie die Pal\u00e4stinenser in Gaza unter unmenschlichen Umst\u00e4nden leben m\u00fcssen. Unsere Gruppe, kurz JS genannt &#8211; die aus J\u00fcdinnen und Juden aus allen Altersgruppen und unterschiedlicher Herkunft besteht, die sich jetzt in Deutschland zusammengefunden haben &#8211; beobachtet, erkundigt und ihrer Kritik \u00fcber Israels Politik ausspricht. Neue Mitglieder kommen jede Woche dazu, besonders seit dem Krieg in Gaza. Wir wollen, dass die Welt Bescheid wei\u00df, dass wir als Juden nicht damit einverstanden sind, wie das pal\u00e4stinensische Volk behandelt wird.<\/p>\n<p>Mein eigener Hintergrund ist einer der zweiten Generation, deren Eltern und Gro\u00dfeltern, vor dem sicheren Tod, aus Deutschland auswandern mussten, vor<br \/>\nund w\u00e4hrend des Nazi-Regimes. Und ich staune wie heute die deutsche Regierung aufgrund ihres angeblichen Wunsches, dem j\u00fcdischen Volk S\u00fchne zu beweisen, einen Krieg unterst\u00fctzt, der unschuldige Menschen auszurotten versucht. Es ist ein furchtbarer blinder Fleck und leider ein Beweis, dass Deutschland nichts aus seinen fr\u00fcheren ungeheuren Fehlern gelernt hat.<\/p>\n<p>Die lebenswichtigen Wassermenge, die von der israelischen Besatzung gemessen und bestimmt wird, ist schon lange weitaus zu knapp gewesen; das Land der Pal\u00e4stinenser und ihr Lebensunterhalt \u2013 wenn man von den Fr\u00fcchten der Erde lebt \u2013 wurden jahrzehntelang geraubt, um Platz zu machen f\u00fcr H\u00e4user f\u00fcr israelische Siedler. Die Umst\u00e4nde in Gaza sind schon seit Jahren unmenschlich und unm\u00f6glich gewesen. Doch seit dem Krieg, der seit \u00fcber f\u00fcnf Monaten gef\u00fchrt wird, verschlechtert sich die Situation in Gaza auf dramatische Weise. Neben den ma\u00dflosen Bombardierungen erleben die Menschen dort auch noch Hungersnot und werden nicht mit angemessener Hilfe versorgt. Die Welt sieht zu, w\u00e4hrend verwundete Menschen nicht mal in Krankenh\u00e4usern Zuflucht finden k\u00f6nnen, da die meisten auch bombardiert wurden. Wie viele m\u00fcssen noch sterben bis man Aufh\u00f6ren! sagt und Israels Offensive beendet? Unter den 30,000 get\u00f6teten in Pal\u00e4stina, die Meisten von ihnen einfache Menschen, sind 70% Kinder und Frauen. Es reicht nicht, wenn die israelische Regierung berichtet, dass das Land sich verteidigen m\u00fcsse, wo so klar wird, dass Krieg gegen Zivilisten gef\u00fchrt und Genozid ausge\u00fcbt wird. Pal\u00e4stinenser sind im S\u00fcdwesten von Gaza gefangen, nachdem sie von die Israelischen Beh\u00f6rden aufgefordert wurden, den Norden zu verlassen. Doch werden sie dort jetzt bombardiert und haben keine weitere Zufluchtsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Wir &#8211; Deutsche, Pal\u00e4stinenser, Juden und alle, die sich heute hier auf dem Friedens Ostermarsch befinden \u2013 w\u00fcnschen uns, dass dieser menschenvernichtende Krieg eine Ende findet, dass die Pal\u00e4stinenser und Juden endlich in Frieden nebeneinander ein Leben in Nahost f\u00fchren k\u00f6nnen, das legitim, fair und gerecht ist. Das ist es, was die Welt verlangen und unterst\u00fctzen sollte. Keine weiteren Bomben, keine Hungersnot. Wollen wir nicht alle <strong>Nicht in unseren Namen<\/strong> ausrufen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/koelner-friedensforum.org\/wp-content\/mediathek\/2024\/03\/Rede-von-Tanya-Ury-von-der-Juedischen-Stimme-zum-Ostermarsch-in-Koeln.pdf\">Rede als pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren hier die Rede von Tanya Ury, J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost beim K\u00f6lner Ostermarsch am 30.03.2024: Ich bin Tanya Ury, Mitglied der J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost. 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