{"id":18323,"date":"2024-04-11T18:00:17","date_gmt":"2024-04-11T16:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18323"},"modified":"2024-04-07T20:34:39","modified_gmt":"2024-04-07T18:34:39","slug":"thilo-nicklas-dgb-koeln-kriege-einfrieren-ist-besser-als-kriege-eskalieren-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18323","title":{"rendered":"Thilo Nicklas (DGB K\u00f6ln): &#8222;Kriege einfrieren ist besser als Kriege eskalieren lassen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Wir dokumentieren hier die Rede von Thilo Nicklas (DGB K\u00f6ln) beim Ostermarsch am 30.03.2024 in K\u00f6ln:<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Liebe Friedensfreundinnen und Freunde,<\/p>\n<div id=\"attachment_18279\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18279\" class=\"size-medium wp-image-18279\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0070-500x500.jpg\" alt=\"Ein selbst gemaltes Demoplakat mit einem Bild von Banksy (junger vermummter Mann wirft einen Blumenstrau\u00df, als sei es ein Stein)\" width=\"500\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0070-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0070-80x80.jpg 80w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSC_0070-320x320.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><p id=\"caption-attachment-18279\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Waffenstillstand!&#8220; Ostermarsch, Roncalliplatz, K\u00f6ln, 30.3.2024. Foto: Stefanie Intveen<\/p><\/div>\n<p>mein Name ist Thilo Nicklas, ich bin Mitglied des DGB Vorstandes des DGB K\u00f6ln. Ich vertrete dort die IG B.A.U . Meine DGB Kolleginnen und Kollegen haben mich gebeten, heute f\u00fcr den K\u00f6lner DGB das Gru\u00dfwort zur Auftaktkundgebung des Ostermarsches Rhein-Ruhr in K\u00f6ln zu sprechen.<\/p>\n<p>Wie ihr wisst, hat der DGB Bundesvorstand zur Beteiligung an den Osterm\u00e4rschen aufgerufen. In dem Aufruf hei\u00dft es w\u00f6rtlich:<\/p>\n<p><em>\u201eGeht auf die Stra\u00dfe zu den Osterm\u00e4rschen! Unsere gemeinsame Botschaft<\/em><br \/>\n<em>lautet:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir brauchen eine Politik, die das Denken in Feindbildern \u00fcberwindet. Denn <\/em><em>das spielt den Rechtsextremen in die H\u00e4nde. Sie spalten unsere Gesellschaften <\/em><em>und wollen mit ihrem Nationalismus das europ\u00e4ische Friedensprojekt <\/em><em>zerst\u00f6ren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wie ihr seht, ich folge dem Aufruf. Aber ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass wir in Deutschland wieder eine Friedensbewegung h\u00e4tten, an der sich Hunderttausende beteiligen. Angesichts des nicht enden wollenden Krieges in der Ukraine, angesichts der Kriege im Nahen Osten und der zahllosen kriegerischen Konflikte in Asien und Afrika w\u00e4re das so wichtig.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der arbeitenden Menschen liegt mir das besonders am Herzen:<\/p>\n<p>Wie immer in allen Kriegen sind es vor allem die jungen Arbeiter, die als Kanonenfutter an den Fronten verheizt werden. Entweder kommen sie dann verletzt oder lebenslang traumatisiert aus dem Krieg zur\u00fcck oder sie mussten gar qualvoll sterben. Das haben wir in Afghanistan erlebt und das erleben wir jetzt in der Ukraine und im GAZA-Streifen.<\/p>\n<p>Aber solange die Hofreiters, Baerbocks und Strack Taurus Zimmermanns an der Macht sind wird sich das wohl nicht \u00e4ndern. Sie heizen die Kriege eher an, als sie beenden zu wollen.<\/p>\n<p>Es sind aber die arbeitenden Menschen, die ihre H\u00e4user und Arbeitspl\u00e4tze verlieren,\u00a0 die als zivile \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c in diesen Kriegen gelten.<\/p>\n<p>Und es sind wieder einmal die globalen R\u00fcstungskonzerne, deren Profite und Dividenden explodieren, w\u00e4hrend wir, die arbeitenden Menschen, die Zeche f\u00fcr die Aufr\u00fcstung zahlen sollen und m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In Form von steigenden Preisen &#8211; vor allem bei Energie und Lebensmittel, bei h\u00f6heren Steuern sp\u00fcren wir es und es drohen K\u00fcrzungen beim Sozialstaat: \u201eKanonen statt Butter\u201c das fordern rechte Zeitungsschreiber und Politiker. Und Unaufhaltsam dreht sich die R\u00fcstungsspirale weiter.<\/p>\n<p>Doch wir m\u00fcssen feststellen: Trotz immenser Waffenlieferungen in die Ukraine nach Israel und Saudi-Arabien: nirgendwo haben die Kriege auch nur ein einziges Problem gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Deutschland war 2023 der f\u00fcnft gr\u00f6\u00dfte Waffenexporteur.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine begann es mit Stahlhelmen und ging weiter mit Panzer und Munition, jetzt sollen es noch Taurus Marschflugk\u00f6rper sein.<\/p>\n<p>Also passt der Spruch der 68 Friedensbewegung immer noch, deutsche Waffen deutsches Geld morden mit in aller Welt.<\/p>\n<p>Deutschland soll Kriegst\u00fcchtig gemacht werden 2% und 100 Mrd reichen nicht mehr, immer mehr Waffen und Munition sollen es sein, weiter soll es mit der Kriegsert\u00fcchtigung der Krankenh\u00e4user gehen und Wehrunterricht in den Schulen.<\/p>\n<p>Und zur selben Zeit werden Krankenh\u00e4user geschlo\u00dfen weil sie nicht rentabel sind, Schulen und Kitas sind marode, Stra\u00dfen und Br\u00fccken sind in einem so schlechtem Zustand das man denkt man ist auf Safari und nicht in einer deutschen Gro\u00dfstadt. Wir brauchen Pflegekr\u00e4fte, Erzieher, Lehrer, Handwerker und nicht mehr Soldaten.<\/p>\n<p>Ich habe keine Angst vor Russland sondern vor den Politikern die die Lobbyisten der Waffenindustrie sind.<\/p>\n<p>Und deshalb kann ich nur voll unterstreichen, was der DGB Bundesvorstand zu den Osterm\u00e4rschen formuliert hat:<\/p>\n<p><em>\u201eDieses Jahr feiern wir den 75. Geburtstag des Grundgesetzes \u2013 und damit auch <\/em><em>das dort verankerte Friedensgebot. Als Lehre aus zwei Weltkriegen hat sich <\/em><em>Deutschland in seiner Verfassung dazu verpflichtet, als gleichberechtigtes <\/em><em>Mitglied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen und sich <\/em><em>nie wieder an der Vorbereitung eines Angriffskrieges zu beteiligen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Politik der Bundesregierung muss sich auch daran messen lassen, wie ernst <\/em><em>sie das Friedensgebot des Grundgesetzes nimmt und ob sie dazu beitr\u00e4gt, es mit <\/em><em>neuem Leben zu erf\u00fcllen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir wollen verhindern, dass wir zur\u00fcckfallen in ein Denken der milit\u00e4rischen <\/em><em>Konfrontation und der geopolitischen Blockbildung.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir sehen die Bundesregierung in der Pflicht, gemeinsam mit ihren Partnern <\/em><em>daf\u00fcr zu sorgen, dass die Grenzen des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts von keiner <\/em><em>Kriegspartei \u00fcberschritten werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Angesichts der Zunahme bewaffneter Konflikte ist es h\u00f6chste Zeit, den <\/em><em>Irrglauben zu \u00fcberwinden, Frieden lie\u00dfe sich durch Aufr\u00fcstung und immer mehr <\/em><em>Waffen schaffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie das Friedensgebot des <\/em><em>Grundgesetzes konsequent umsetzt. Wir fordern sie auf, sich mit aller <\/em><em>Entschlossenheit f\u00fcr diplomatische Ans\u00e4tze zur Konfliktl\u00f6sung einzusetzen und <\/em><em>neue Initiativen f\u00fcr die Wiederbelebung von Abr\u00fcstung, R\u00fcstungs- und <\/em><em>R\u00fcstungsexportkontrolle auf den Weg zu bringen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir fordern eine Politik, die f\u00fcr Gewaltfreiheit, ein breites <\/em><em>Sicherheitsverst\u00e4ndnis und multilaterale Kooperation eintritt, statt sich auf <\/em><em>milit\u00e4rische Bedrohungen und Freund-Feind-Rhetorik zu fixieren. Wir brauchen <\/em><em>eine Politik, die das Denken in Feindbildern \u00fcberwindet, das den extremen <\/em><em>Rechten in die H\u00e4nde spielt. Diese Rechten zerst\u00f6ren das Bild eines friedlichen <\/em><em>Europas.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit den Osterm\u00e4rschen setzen wir ein starkes Zeichen vor den Europawahlen: <\/em><em>F\u00fcr ein geeintes Europa, in dem wir solidarisch zusammenstehen gegen die <\/em><em>ewig Gestrigen. F\u00fcr ein geeintes Europa, das tragender Pfeiler einer neuen und <\/em><em>dauerhaft stabilen internationalen Friedensordnung ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,<\/p>\n<p>Kriege beginnen immer mit dem Aufbau von Feindbildern, sei es fr\u00fcher der Franzose als \u201eErbfeind\u201c, oder der Engl\u00e4nder, der uns keine \u201eKolonien\u201c g\u00f6nnte, sei es die j\u00fcdische Weltverschw\u00f6rung, der Bolschewismus oder der Islam, Fl\u00fcchtlinge oder Migranten. Deshalb haben wir als K\u00f6lner DGB die Aktion ,, 15 vor 12 F\u00fcr Menschenw\u00fcrde\u201c, des B\u00fcndnisses \u201eK\u00f6ln stellt quer\u201c unterst\u00fctzt und werden am 1. Juni dieses Jahres zu einer Gro\u00dfkundgebung in K\u00f6ln f\u00fcr das Grundgesetz und gegen Rechtsextremismus aufrufen.<\/p>\n<p>Kriege einfrieren ist besser als Kriege eskalieren lassen. Kriege durch Verhandlungen zu beenden ist besser als H\u00e4user, Menschen- und Kinderleben zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte sich endlich f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung in der Ukraine einsetzen und sich entschieden f\u00fcr eine zwei Staatenl\u00f6sung im Nahen Osten aussprechen, damit Israelis und Pal\u00e4stinenser in Frieden leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Friedensl\u00f6sungen m\u00fcssen nat\u00fcrlich gerecht sein, sie sollen und m\u00fcssen den arbeitenden Menschen n\u00fctzen und nicht den R\u00fcstungsprofiteuren.<\/p>\n<p>Nie wieder Faschismus nie wieder Krieg.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich und der DGB K\u00f6ln dem Ostermarsch viel Erfolg.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/koelner-friedensforum.org\/wp-content\/mediathek\/2024\/03\/Rede-Thilo-Niklas-DGB-Ostermarsch-2024.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Rede als pdf<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren hier die Rede von Thilo Nicklas (DGB K\u00f6ln) beim Ostermarsch am 30.03.2024 in K\u00f6ln: Liebe Friedensfreundinnen und Freunde, mein Name ist Thilo Nicklas, ich bin Mitglied des DGB Vorstandes des DGB K\u00f6ln.&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":109,"featured_media":18279,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[111],"tags":[68,130,249],"class_list":["post-18323","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-rede","tag-bundesregierung","tag-ruestungsindustrie","tag-waffenstillstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/109"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18323"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18325,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18323\/revisions\/18325"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}