{"id":18761,"date":"2024-09-25T16:44:36","date_gmt":"2024-09-25T14:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18761"},"modified":"2024-09-25T16:44:38","modified_gmt":"2024-09-25T14:44:38","slug":"freeassange-koeln-was-wir-alles-getan-haben-und-wie-es-weitergeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=18761","title":{"rendered":"FreeAssange K\u00f6ln: Was wir alles getan haben und wie es weitergeht"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Andreas Erdmann.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber vier Jahre hatte uns die Gefangenschaft von Julian Assange in Atem gehalten. Mit vielen Aktionen haben wir hier in K\u00f6ln, wie viele andere Menschen in der ganzen Welt, uns f\u00fcr die Freilassung von Julian Assange eingesetzt. Es gab ab dem Winter 2019\/2020 regelm\u00e4\u00dfige Mahnwachen und kleinere Aktionen an verschiedenen Stellen in der Stadt. Das erste gr\u00f6\u00dfere Highlight war unser selbst hergestelltes, sechs Meter gro\u00dfes Banner mit der Aufschrift: \u201eKriegsverbrechen zu publizieren ist kein Verbrechen \u2013 Freiheit f\u00fcr Julian Assange\u201c, Premiere war am Hiroshima-Nagasaki-Gedenktag in K\u00f6ln am 6. August 2020. Danach, im Herbst, hatten wir die Skulptur &#8222;Anything to say?&#8220; von Davide Dormino f\u00fcr drei Tage prominent am K\u00f6lner Dom stehen. Im November 2020 organisierte ich mit eine Kunstauktion mit namhaften K\u00fcnstlern f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung der Assange-Befreiungsbewegung. <\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend verfassten wir einen offenen Brief an Amnesty International Deutschland, der ihre Unt\u00e4tigkeit im Fall Assange anprangerte, was zu einem Aufwachen bei vielen Amnesty-Mitgliedern f\u00fchrte. In der Ortsgruppe von Amnesty International in K\u00f6ln fanden wir aber schnell erfahrene Mitglieder, die starke F\u00fcrsprecher f\u00fcr unser Anliegen wurden. So konnten wir etliche Veranstaltungen mit ihnen als Kooperationspartner bestreiten. Wir zeigten mit ihnen gemeinsam die Filme &#8222;Ithaka&#8220; und &#8222;Hacking Justice&#8220; und veranstalteten Lesungen des Buches von Nils Melzer &#8222;Der Fall Julian Assange \u2013 Geschichte einer Verfolgung&#8220; in K\u00f6ln. F\u00fcr eine Reise mit dem Bus nach Br\u00fcssel zu einem gr\u00f6\u00dferem Event f\u00fcr Assange von Free Assange Wave mit unserem Slogan \u201eHallo Europe \u2013 Free Assange\u201c konnten wir 50 Menschen aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet und einzelne aus Berlin und Aachen gewinnen. So konnten wir den Aktionsrahmen aus der reinen Mahnwache heraus erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir selbst waren auch mit dem Banner und der Fahne free Assange bei Veranstaltungen in Berlin und Hamburg anwesend. Und nicht zu vergessen unser Auftritt gemeinsam mit der Friedensgesellschaft DFG-VK K\u00f6ln bei der Christopher-Street-Parade 2022 in K\u00f6ln, wo wir am Geburtstag von Julian Assange vor etwa 1,5 Millionen Zuschauern unsere Botschaft kundtun konnten. Jeden anderen offiziellen Termin, der mit Pressefreiheit und Menschenrechten zu tun hatte, haben wir mit Sonderveranstaltungen in die \u00d6ffentlichkeit gebracht, oft zentral am K\u00f6lner Dom oder zum Beispiel auch beim K\u00f6lner B\u00fcro der Gr\u00fcnen \u2026 Die gro\u00dfen Medien haben nur beschr\u00e4nkt \u00fcber die Aktionen f\u00fcr die Freiheit von Assange berichtet, weltweit wie auch in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image0-1.jpeg\" alt=\"Vier winterlich gekleidete Personen tragen ein gro\u00dfes wei\u00dfes Transparent mit schwarzer und roter Aufschrift. Im Hintergrund ein gro\u00dfes gotisches Kirchenportal.\" class=\"wp-image-18396\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image0-1.jpeg 1280w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image0-1-200x113.jpeg 200w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/image0-1-768x432.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#8222;Kriegsverbrechen publizieren ist kein Verbrechen &#8211; Freiheit f\u00fcr Julian Assange!&#8220; &#8211; Kundgebung unserer FreeAssange-AG am 9.4.2024 vor dem K\u00f6lner Dom. Foto: privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Noch einmal zur Erinnerung: Julian Assange sa\u00df bis zu seiner Freilassung f\u00fcnf Jahre in einer Zelle mit den Ma\u00dfen von zwei mal drei Metern (Belmarsh live, Kunstprojekt in K\u00f6ln). Darin war er 23 Stunden am Tag, eine Stunde konnte er sich in einem vergitterten Betoninnenhof aufhalten. Die Besuchszeiten f\u00fcr die Familie und Anw\u00e4lte waren in diesem Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis, Belmarsh London, auf ein Minimum beschr\u00e4nkt, wie bei einem Schwerkriminellen. Vor der Inhaftierung 2019 konnte er die Botschaft von Ecuador in London, in der er Asyl bekam, sieben Jahre nicht verlassen, da die Londoner Polizei ihn sofort verhaftet h\u00e4tte. \u2013 Das ist alles sehr gut dokumentiert in dem oben genannten Buch von Nils Melzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem nicht zu vergessen ist auch die gro\u00dfe Menschenkette in London \u00fcber zwei Themsebr\u00fccken im Oktober 2022. Weil viele Menschen nicht hinfahren konnten und auch die Gefahr bestand, dass wegen nicht gen\u00fcgend Teilnehmern die Kette nicht geschlossen werden k\u00f6nnte, hatten wir in K\u00f6ln die Idee mit Foto-Avataren von Unterst\u00fctzern entwickelt, sodass wir mit \u00fcber 80 Port\u00e4ts in London dabei sein konnten. Zu unserer Freude waren auch aktive Mitmacher vom Auf-Merker dabei, siehe Ausgabe 11.22 ab Seite 62.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freilassung von Julian Assange im Juni dieses Jahres kam auch f\u00fcr uns \u00fcberraschend. Die Verhandlungen, die zu diesem Schritt f\u00fchrten, waren nat\u00fcrlich schon l\u00e4nger mit den Regierungsstellen und Anw\u00e4lten, nicht in der \u00d6ffentlichkeit, gef\u00fchrt worden. Dass es nicht zu einer Einstellung der Anklagepunkte gegen Assange kam, sondern zu einem Deal mit einem Schuldeingest\u00e4ndnis, Tatbestand Spionage, f\u00fchrte uns mit einem freudigen (Freilassung) und gleichzeitig weinenden (w\u00fctenden) Gef\u00fchl die Situation der aktuellen Machtpolitik der westlichen Welt vor Augen. Es ist sicher ein guter Schritt, um Assanges Leben zu retten, der sich jetzt mit seiner Frau und den zwei Kindern in seiner Heimat Australien von Haft und Isolationsfolter zu erholen versucht. F\u00fcr die Pressefreiheit ist dieses Urteil (Deal) kein gutes Zeichen, weil damit gezeigt wird, dass \u00fcberall auf der Welt Journalisten unter dem Deckmantel der Anklage wegen \u201eSpionage\u201c f\u00fcr ihre Arbeit verhaftet und gefoltert werden k\u00f6nnen (Kommentar dazu von J. F. Kennedy Junior auf X11).<\/p>\n\n\n\n<p>So wird unsere Arbeit f\u00fcr die Presse- und Informationsfreiheit weitergehen: Wir planen f\u00fcr den kommenden Herbst einen Filmabend mit dem Film &#8222;Guardians of Truth&#8220; (dessen Titel leider in der deutschen Fassung zu &#8222;Kampf um Wahrheit&#8220; wurde) von Can D\u00fcndar. Er thematisiert die Wikileaks-Ver\u00f6ffentlichung &#8222;Collateral Murder&#8220; von Assange und ist in meinen Augen einer der besten aktuellen Antikriegsfilme. Wir wollen auch den Regisseur zum anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch einladen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1365\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/20240503-_DSC0668.jpg\" alt=\"Ein Mann in orangefarbenem Arbeitsanzug und Pappschild mit dem Gesicht von Julian Assange vor dem Kopf steht in einem Holzk\u00e4fig und h\u00e4lt Schilder mit &quot;Pressefreiheit&quot; und roten Fragezeichen in den H\u00e4nden.\" class=\"wp-image-18446\" srcset=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/20240503-_DSC0668.jpg 1365w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/20240503-_DSC0668-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/20240503-_DSC0668-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1365px) 100vw, 1365px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Free Press? Aktion der Arbeitsgruppe &#8222;Free Assange&#8220;der DFG-VK am Tag der Pressefreiheit, 3. Mai 2024, K\u00f6ln. Foto: Herbert Sauerwein<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Wichtigkeit von Presse- und Informationsfreiheit in Kriegszeiten wie heute ist durch die Arbeit von Wikileaks deutlich geworden, in diesem Falle mit einem so hohen Preis, wie die Verfolgung und Folter von Julian Assange zeigen. Ohne Presse- und Informationsfreiheit gibt es keine Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Andreas Erdmann ist Bildhauer, Maler und Fotograf, K\u00f6ln (www.andreaserdmann.de). Er ist in der DFG-VK Gruppe K\u00f6ln aktiv. Sein Artikel wurde zuerst in der Auf-Merker, Magazin f\u00fcr wache Menschen, Ausgabe 20.2024 (siehe auch t.me\/auf_merker), ver\u00f6ffentlicht. Redaktion: Astrid Hellmundt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Andreas-Erdmann_Assange_2024_F-mit-quellenhinweis.pdf\">Artikel zum Download mit Quellenangaben<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Andreas Erdmann. \u00dcber vier Jahre hatte uns die Gefangenschaft von Julian Assange in Atem gehalten. 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