{"id":7776,"date":"2014-10-24T06:50:29","date_gmt":"2014-10-24T04:50:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=7776"},"modified":"2014-10-24T06:50:29","modified_gmt":"2014-10-24T04:50:29","slug":"aufruf-zur-gedenkveranstaltung-am-27-1-2015-in-der-antoniterkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=7776","title":{"rendered":"Aufruf zur Gedenkveranstaltung am 27. 1. 2015 in der Antoniterkirche"},"content":{"rendered":"<p><u>Kultur in Tr\u00fcmmern <\/u> <\/p>\n<p>&nbsp; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Markt-der-Mglichkeiten-010907-003a.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\" style=\"float: left; display: inline\" alt=\"Markt der M&ouml;glichkeiten 010907 003a\" src=\"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Markt-der-Mglichkeiten-010907-003a_thumb.jpg\" width=\"310\" align=\"left\" height=\"239\"><\/a>2015 gedenken wir <b><i>aller<\/i><\/b> Opfer der NS-Diktatur, indem wir den Blick auf diejenigen K\u00f6lnerinnen und K\u00f6lner lenken, die als Kulturschaffende in ihrer k\u00fcnstlerischen Produktivit\u00e4t gehindert, ins Exil oder in den Tod getrieben wurden. Wir erinnern damit auch an die Schwierigkeit eines kulturellen Neuanfangs nach dem Nationalsozialismus. <\/p>\n<p>Bereits 1933 erhielten j\u00fcdische Malerinnen und Maler und solche, die sich gegen die neuen Machtverh\u00e4ltnisse engagierten, keine Ausstellungsm\u00f6glichkeiten mehr. Vertreter und Vertreterinnen der Neuen Musik fanden kaum noch Geh\u00f6r. Viele j\u00fcdische Virtuosinnen und Virtuosen sowie Komponisten wurden deportiert und ermordet, sofern sie nicht rechtzeitig ins Exil gingen. Musiker der Roma und Sinti durften ihren Beruf nicht mehr aus\u00fcben, auch von ihnen wurden viele deportiert. Theaterst\u00fccke wurden nach v\u00f6lkischen Inhalten ausgew\u00e4hlt; politisches Kabarett war ab 1933 mundtot gemacht. Schriftstellerinnen und Schriftsteller mussten erleben, wie ihre B\u00fccher in Flammen aufgingen. Wer sich nicht dem diktatorischen Kultursystem anpasste, musste verstummen. <\/p>\n<p>Freie Kulturinstitutionen wurden verboten oder geschlossen, Kunstwerke teilweise schon vor den Kriegsjahren ausgelagert.  <\/p>\n<p>Nach dem Ende der Nazidiktatur lagen Opernh\u00e4user und Museen in Tr\u00fcmmern. Beim Neuanfang des Kulturlebens 1945 herrschte eine geistig-moralische Orientierungslosigkeit. Kulturschaffende, die die Lagerhaft im KZ \u00fcberlebt hatten, waren traumatisiert und oft sprachlos. Auch die aus einem Versteck oder aus der Emigration Zur\u00fcckkehrenden trugen Geschichten von rassistisch oder politisch motivierter Verachtung und menschlichen Verlusten mit sich, die sich nur schwer ausdr\u00fccken lie\u00dfen. Es wollte sie aber auch niemand h\u00f6ren. <\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Nachkriegsmonaten gab es durchaus einen \u201aHunger nach Kultur\u2019. In den Kunstwerken und Ausstellungen erfolgte in K\u00f6ln zun\u00e4chst eine Hinwendung zur christlichen Kunst und zu zeitlos-existentiellen Themen. Eine Auseinandersetzung mit Ursachen und eine \u00dcbernahme der Verantwortung f\u00fcr die Gr\u00e4uel der NS-Herrschaft und des Krieges fanden zun\u00e4chst nicht statt. Sie wurden verdr\u00e4ngt.  <\/p>\n<p>Die Diffamierung der Moderne als entartet hatte noch lange Wirkung. Aber auch die Darstellung von Gegenwartsthemen mit \u00e4sthetischen Mitteln ber\u00fchrte nicht &#8211; den widrigen Alltag wollte das Publikum nicht wiedergek\u00e4ut haben. Die Flucht aus der Realit\u00e4t verband sich mit der Ablehnung von gegenst\u00e4ndlicher Kunst, die als engagierte Kunst in K\u00f6ln vor 1933 ihren Platz gehabt hatte.  <\/p>\n<p>Einige wenige \u00e4u\u00dferten ihren Unmut \u00fcber diese Verdr\u00e4ngung und die scheinbare kollektive Schuldlosigkeit in Texten und Kunstwerken.  <\/p>\n<p><b>Der Schwur der \u00dcberlebenden des KZ Buchenwald: \u201e<i>Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel<\/i>\u201c ist ein Verm\u00e4chtnis an uns alle und hat auch heute nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Wir sind aufgefordert, einen Beitrag zu leisten, dass Menschen unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben, ihren Lebensumst\u00e4nden gewaltfrei, anerkannt und \u00f6konomisch abgesichert in K\u00f6ln leben und sich kreativ ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Das gilt auch f\u00fcr die, die zu uns kommen, weil sie in ihrer Heimat Hunger und Krieg ausgesetzt sind. Erinnern an die Opfer der NS-Zeit leistet dazu einen Beitrag. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kultur in Tr\u00fcmmern &nbsp; 2015 gedenken wir aller Opfer der NS-Diktatur, indem wir den Blick auf diejenigen K\u00f6lnerinnen und K\u00f6lner lenken, die als Kulturschaffende in ihrer k\u00fcnstlerischen Produktivit\u00e4t gehindert, ins Exil oder in den&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":110,"featured_media":7774,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[27,9],"class_list":["post-7776","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","tag-kultur","tag-frieden-und-kunst"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/110"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7776"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7776\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7777,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7776\/revisions\/7777"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}