{"id":8981,"date":"2015-10-29T00:14:20","date_gmt":"2015-10-28T22:14:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=8981"},"modified":"2015-10-29T00:17:34","modified_gmt":"2015-10-28T22:17:34","slug":"bundeskongress-der-dfg-vk-fordert-sigmar-gabriel-wegen-skrupelloser-waffenexporte-zum-sofortigen-ruecktritt-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedenkoeln.de\/?p=8981","title":{"rendered":"Bundeskongress der DFG-VK fordert Sigmar Gabriel wegen skrupelloser Waffenexporte zum sofortigen R\u00fccktritt auf"},"content":{"rendered":"<p>Abschlussresolution der DFG-VK<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundeskongress der DFG-VK fordert Sigmar Gabriel wegen skrupelloser Waffenexporte zum sofortigen R\u00fccktritt auf<\/strong><\/p>\n<p>Mannheim, der 25. Oktober 2015<\/p>\n<p>Vom 23. bis 25. Oktober 2015 trafen sich gut hundert Mitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft \u2013 Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) zum 20. Bundeskongress in Mannheim. Die DFG-VK ist die \u00e4lteste deutsche Friedensorganisation. Dabei wurden derzeitige friedenspolitische Entwicklungen kritisch reflektiert, darunter die R\u00fcstungsexportpolitik.<\/p>\n<p>Im Sommer 2013 hatte Gabriel vor der Bundestagswahl \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt, im Falle der Regierungsbeteiligung der SPD und seiner Nominierung zum Bundeswirtschaftsminister, Waffentransfers an menschenrechtsverletzende Staaten zu unterbinden und R\u00fcstungsexporte restriktiv zu handhaben. Wirtschaftsminister Gabriel \u00e4u\u00dferte am 10. Dezember 2013, dem Tag der Menschenrechte: \u201eEin wichtiger Beitrag f\u00fcr Menschenrechte und Frieden ist eine klare und restriktive R\u00fcstungsexportkontrolle. [\u2026] Wir treten f\u00fcr eine restriktive R\u00fcstungsexportpolitik ein, denn nur das ist ein glaubhafter Ausdruck einer an den Menschenrechten orientierten Politik \u2026.\u201c[1]<\/p>\n<p>An diesen Vorgaben muss sich Gabriel Politik messen lassen. Der f\u00fcr das Jahr 2014 ver\u00f6ffentlichte R\u00fcstungsexportbericht der Bundesregierung \u2013 der erste, f\u00fcr den Gabriel als Bundeswirtschaftsminister voll umf\u00e4nglich verantwortlich zeichnete \u2013 dokumentierte bereits die Verdoppelung der Waffentransfers unter seiner \u00c4gide.<\/p>\n<p>Mit der aktuell erfolgten Publikation des R\u00fcstungsexportberichts f\u00fcr das 1. Halbjahr 2015 wird eine weitere dramatische Steigerung der Ausfuhrgenehmigungen f\u00fcr Kriegswaffen und R\u00fcstungsg\u00fcter beim Waffenhandel publik.[2] Massiv gesteigert wurden die Einzelausfuhrgenehmigungen von 2,2 Mrd. Euro (1. Halbjahr 2014) auf 3,5 Mrd. Euro (1. Hj, 2015) und der Sammelausfuhrgenehmigungen von 519 Millionen Euro (1. Hj. 2014) auf 3,0 Mrd. Euro (1. Hj. 2015). Unter den f\u00fchrenden 20 Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern finden sich zahlreiche menschenrechtsverletzende Staaten wie Israel (Rang 2), Saudi-Arabien (3), Algerien (4), USA (5), Indien (6), Kuwait (7), Russland (8), Republik Korea (10), Brasilien (12), Vereinigte Arabische Emirate (13), China (14) und Oman (16). Gleich mehrere dieser Staaten liegen in Krisen- und Kriegsgebieten.<\/p>\n<p>Den neuerlichen Tiefpunkt der Entwicklung stellt der Beginn der Lieferung von insgesamt 62 Leopard-2-Kampfpanzern und vielen weiteren Waffensystemen des M\u00fcnchener und Kasseler R\u00fcstungsriesen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ins Kriegsland Katar dar (22.10.2015) [2].<\/p>\n<p>Gabriel genehmigte in den vergangenen beiden Jahren als Bundeswirtschaftsminister und im geheim tagenden Bundessicherheitsrat Waffenlieferungen an kriegf\u00fchrende und menschenrechtsverletzende Staaten, darunter Diktaturen. Algerien erhielt gar eine Lizenz zum Eigenbau von Fuchs-Panzern.<\/p>\n<p>Die Folgen dieser R\u00fcstungsexportpolitik sind t\u00f6dlich. Von Gabriel genehmigte Kriegswaffenlieferungen etwa nach Saudi-Arabien und Katar werden erfahrungsgem\u00e4\u00df \u00fcber kurz oder lang in den H\u00e4nden des Islamischen Staats (IS) landen. Menschen fliehen nach Deutschland vor dem Einsatz deutscher Kriegswaffen in ihren Heimatl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel konterkariert die eigenen Versprechungen. W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern gegen\u00fcber ist er wortbr\u00fcchig geworden. Mit seiner skrupellosen R\u00fcstungsexportpolitik macht er sich zum Handlanger der R\u00fcstungsindustrie.<\/p>\n<p>Der Bundeskongress der DFG-VK fordert Sigmar Gabriel zum sofortigen R\u00fccktritt auf wegen des Bruchs der gemachten Wahlversprechungen, des Vertrauensbruchs und Beihilfe zu Mord.<\/p>\n<p>Wir unterstreichen unseren Willen zur Zusammenarbeit mit Fl\u00fcchtlingen, die dem Krieg in ihren Heimatl\u00e4ndern entkommen sind und sich gegen Krieg einsetzen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ohne Gegenstimme angenommen am Sonntag, den 25. Oktober 2015<\/p>\n<p>______________________________________________________________________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] \u201eF\u00fcr eine wirksame R\u00fcstungsexportkontrolle\u201c Erkl\u00e4rung von Sigmar Gabriel<br \/>\nzum Tag der Menschenrechte vom 10.12.2013; Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Parteivorstand, Wilhelmstra\u00dfe 141, 10963 Berlin<\/p>\n<p>[2] R\u00fcstungsexportbericht der Bundesregierung f\u00fcr das 1. Halbjahr 2015<\/p>\n<p>[3] Schreiben von Staatssekret\u00e4r Matthias Machnig, Bundeswirtschaftsministerium, an Peter Ramsauer, Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestags vom 22.10.2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abschlussresolution der DFG-VK &nbsp; Bundeskongress der DFG-VK fordert Sigmar Gabriel wegen skrupelloser Waffenexporte zum sofortigen R\u00fccktritt auf Mannheim, der 25. Oktober 2015 Vom 23. bis 25. 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