Bericht

Papst Franziskus zum Weltfriedenstag: „Nein zum Krieg und zur Strategie der Angst!“

Die aktuelle Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag, den die Katholische Kirche am 1. Januar feiert, steht unter der Überschrift „Gute Politik steht im Dienste des Friedens“.

Im Lukas-Evangelium (Lk 10, 5-6) wird berichtet, Jesus habe seinen Jüngern empfohlen, beim Betreten eines Hauses zunächst  „Friede diesem Haus!“ zu sagen; wenn dort ein Sohn des Friedens wohne, so ruhe ihr Friede auf ihm; anderenfalls käme der Friede zu ihnen zurück.

Obama steht links im dunklen Anzug neben Papst Franziskus in seinem weißen Gewand. Ein weiterer Geistlicher steht rechts. Im Hintergrund Sessel, ein schwerer Holzschrank und ein großes Gemälde der Auferstehung Jesu.

Papst Franziskus im Gespräch mit US-Präsident Barack Obama am 27.3.2014 im Vatikan. Foto: Pete Souza/White House (gemeinfrei).

Der Papst deutet das Jesus-Wort so, dass sich der Auftrag, „Frieden zu bringen“, nicht nur an die Jünger, sondern an alle richte,

die inmitten der Dramen und Gewalttaten der Menschheitsgeschichte auf Frieden hoffen.

Mit „Haus“ seien alle Ebenen gemeint:

jede Familie, jede Gemeinschaft, jedes Land, jeder Kontinent, mit der jeweiligen Einzigartigkeit und Geschichte; gemeint ist insbesondere jeder Mensch, ohne Unterschiede und Diskriminierungen. Es geht dabei auch um unser „gemeinsames Haus“, um den Planeten, den Gott uns als Lebensraum zugewiesen hat und für den wir achtsam Sorge tragen sollen.

Ausgehend dem Jesus-Wort erläutert Papst Franziskus, was Politik sein kann:

Die Politik ist ein grundlegendes Mittel, um ein Gemeinwesen aufzubauen und das Tun des Menschen zu fördern; aber wenn sie von den Verantwortlichen nicht als Dienst an der menschlichen Gemeinschaft verstanden wird, kann sie zu einem Instrument der Unterdrückung und Ausgrenzung, ja sogar der Zerstörung werden.

Und weiter:

Wenn sie sich in grundlegender Achtung des Lebens, der Freiheit und der Würde des Menschen vollzieht, kann die Politik wirklich zu einer hervorragenden Form der Nächstenliebe werden.

Neben allgemeineren Überlegungen zur Funktion des Politikers und der Politik in der Gesellschaft und einer Erläuterung dessen, dass der Friedensbegriff in drei miteinander verwobenen Richtungen zu verstehen sei, nämlich in Bezug auf die eigene Person, in Bezug auf andere und in Bezug auf die Schöpfung insgesamt, enthält die Friedensbotschaft unter der Kapitelüberschrift „Nein zum Krieg und zur Strategie der Angst!“ eine deutliche Ablehnung der Friedenssicherung durch Abschreckung und Bedrohung:

Wenn wir hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an die jungen Menschen, die bei diesen Kämpfen starben, und an die gequälte Zivilbevölkerung denken, verstehen wir heute besser als gestern die schreckliche Lehre aus den Bruderkriegen, dass nämlich Frieden sich niemals auf das bloße Gleichgewicht der Kräfte und der Angst beschränken kann. Den anderen zu bedrohen, bedeutet, ihn zum bloßen Objekt zu machen und ihm seine Würde abzusprechen. Aus diesem Grund bekräftigen wir, dass die Eskalation von Einschüchterung wie auch die unkontrollierte Verbreitung von Waffen gegen die Moral und das Bemühen um wirkliche Eintracht verstoßen.

Der Vatikan hat den vollständigen Text veröffentlicht.

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