Fakten

Genau 2.128 Minderjährige wurden 2017 von der deutschen Armee eingestellt – das waren 9,1 Prozent aller Rekrutinnen und Rekruten. Damit hat sich die Zahl der 17-Jährigen bei der Bundeswehr seit 2011 verdreifacht. Angesichts der massiven Werbung der Bundeswehr an Schulen und im Internet ist zu befürchten, dass die Zahl Minderjähriger in der Armee weiter steigen wird.

Dabei hat der „UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes“ die Bundesregierung bereits 2014 dazu aufgefordert „das Mindestalter der Rekrutierung für die Streitkräfte auf 18 Jahre“ zu erhöhen und „alle Formen von Werbekampagnen für die deutschen Streitkräfte, die auf Kinder abzielen“ zu unterlassen. Die „Kinderkommission“ des Bundestags unterstrich diese Forderungen im September 2016 nochmals in einer Resolution. Zwar gibt es auch innerhalb der Bundesregierung und sogar der Bundeswehr Kritik an der Rekrutierung der sehr jungen Soldatinnen und Soldaten, bewegt hat sich das Verteidigungsministerium aber nicht.


Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Kindersoldaten und der Rekrutierung Jugendlicher durch die Bundeswehr werden durch das Deutsche Bündnis Kindersoldaten bereitgestellt.

Eine internationale Studie zu diesem Thema ist Child Soldier International (Hrsg.): Why 18 Matters. A Rights-Based Analysis of Child Recruitment, London 2018. Die Studie ist als pdf frei verfügbar – allerdings bisher nur im englischen Original. Sie erläutert Rechtsnormen und bietet einen systematischen und länderübergreifenden Überblick über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch das Militär.

Die Kinderhilfsorganisation terre des hommes sammelt Fakten über die Präsenz der Bundeswehr an deutschen Schulen und weiterführende Informationsquellen.

Die Gewerkschaft GEW und tdh haben 2016 die Broschüre Kinder im Visier mit Hintergrundartikeln veröffentlicht.

Die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke erfragt quartalsweise bei der Bundesregierung die geplanten Werbetermine der Bundeswehr und stellt die Listen dann als xls-Dateien zur Verfügung.