Brief

Stadt Köln fordert Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag – unser Dank an Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Am 5. März 2019 unterzeichnete auch die Stadt Köln den von ICAN initiierten Appell der Städte an die Bundesregierung, Deutschland möge dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beitreten. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Hiroshima-Nagasaki im Kölner Friedensforum haben wir Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 10. März in einem Brief gedankt.


Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Historisches Rathaus
50667 Köln

ICAN-Städteappell

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,

die Stadt Köln gehörte 1985 zu den ersten Städten, die dem Aufruf des Oberbürgermeisters von Hiroshima folgten und sich dem weltweiten Bündnis der Mayors for Peace anschlossen.

Seit Beginn der 90er Jahre finden Anfang August Mahnwachen vor dem Dom in Erinnerung an die Atomwaffenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki und die von den Atomwaffentests betroffenen Inselstaaten mit der Forderung nach Abschaffung aller Atomwaffen weltweit statt. Herr Kazuo Soda, ein Überlebender von Nagasaki, wurde mehrfach im Rathaus von Kölner Bürgermeistern empfangen. Hunderttausende auf der Domplatte an der Klagemauer von Walter Hermann gesammelte Unterschriften versandte die Stadt Köln an die Vereinten Nationen.

Seit 2016 weht in Köln am 8. Juli die grüne Friedensflagge der Mayors for Peace. In Ihren Grußworten sind Sie für die Entfernung der im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel lagernden US-Atombomben eingetreten. Jetzt hat sich die Stadt Köln als eine der ersten deutschen Städte dem ICAN-Städteappell angeschlossen und fordert die Bundesregierung auf, dem Atomwaffenverbotsvertrags der Vereinten Nationen beizutreten. Wir freuen uns sehr und bedanken uns herzlich für Ihre Entscheidung.

Gerade nach der Aufkündigung des INF-Vertrags zwischen den USA und Russland ist jede politische Aktion gegen die Aufrüstung atomarer Waffen ein Beitrag zur Sicherung des Friedens. Die in Büchel gelagerten US-Atombomben sollen jetzt „modernisiert“ werden, um sie „besser einsetzbar“ zu machen. Die NATO-Doktrin sieht weiterhin ihren Ersteinsatz vor. Dagegen sowie für eine Rettung des INF-Vertrags richtet sich die Aktionspräsenz der Friedensbewegung in Büchel 2019.

Ganz besonders würden wir uns freuen, wenn Sie – gemeinsam mit weiteren Mayors for Peace – an der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Aktionspräsenz in Büchel am 26.3.2019 teilnähmen.

Wir hoffen, dass sich weitere Städte dem ICAN-Appell anschließen und wir zusammen mit den Atomwaffengegner*innen weltweit erleben dürfen, dass auch Deutschland dem Verbotsvertrag beitritt.

Mit freundlichen Grüßen

i. A. Ursula Forner, Arbeitskreis Hiroshima-Nagasaki, mit

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Gruppe Köln Kölner Friedensforum
Arbeitskreis Hiroshima-Nagasaki im Kölner Friedensforum, c/o U.Forner, Jesuitengasse 108, 50737 Köln

Ein kleiner asiatisch aussehender Mann in weißer Sommerhose und weißem Hemd und eine Frau in T-Shirt und Bermuda-Shorts lesen Texte und sprechen in ein Mikrophon. Sie stehen am Hauptportal des Kölner Doms. Im Hintergrund eine Wand aus lauter Pappschildern, die beschriftet wurden. Darüber hängt ein Transparent mit der Aufschrift "Your signature is a step to elimination of nuclear weapons!" Ein weiteres Transparent mit der Aufschrift "Schluss mit dem nuklearen Wahnsinn" hängt an der Wand. Links sind Zuhörer zu sehen.

„Your signature is a step to elimination of nuclear weapons!“ und „Schluss mit dem nuklearen Wahnsinn“. Gedenken an Hiroshima auf der Domplatte am 6.8.1995 zum 50. Jahrestag des Atombombenabwurfs. Es spricht Kazuo Soda, Überlebender aus Hiroshima Foto: Ulrike Dammers

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