Elvira Högemann zur #Drohnendebatte: „Schon jetzt ist eine Rüstungsspirale in Gang“

Wir veröffentlichen einen Leserbrief zu dem am 11.12.2020 im Kölner Stadtanzeiger erschienener Artikel von Matthias Koch “Alarm, die Drohnen kommen” über den Drohnenkrieg in Berg-Karabach. #Drohnendebatte


Der Titelumschlag eines Buchs. Oben ist eine schwarze Drohne als Wandgraffiti zu sehen, unten ein Mann in afghanischer Kleidung mit Turban und schwarzem Schnurrbart, der besorgt aussieht.

„Tod per Knopfdruck“: das Buch von Emran Feroz über den Drohnenkrieg der USA erschien 2017. Foto: Stefanie Intveen

Dr. Elvira Högemann, Köln. Diese selektive und leichtfertige Darstellung zum Problem Kampfdrohnen für die Bundeswehr geht zwischen dem Krieg um Bergkarabach und der Inner-SPD-Auseinandersetzung zum Thema über das Wesentliche hinweg. Vor dem Bundestag steht eine Grundsatzentscheidung. Die Kampfdrohne ist keine Verteidigungs- sondern eine Angriffswaffe außerhalb jeden Rechts. Die US-Administration z. B. setzt sie seit Jahren zur gezielten Tötung von Menschen ein, die von den Geheimdiensten als Terroristen markiert wurden – schnelle Hinrichtung ohne Gerichtsurteil, egal an welchem Ort der Welt, ob man sich mit dem betreffenden Land im Krieg befindet oder nicht.

Aus Ihrer Darstellung geht hervor, dass schon jetzt mit den Kampfdrohnen eine Rüstungsspirale im Gang ist, in der sich die potentiellen Gegner mit immer neuen Vernichtungsfähigkeiten überbieten. Mit immer niedrigschwelligeren Einsatzzeiten, mit Entwicklungen also, die enorme Summen verschlingen und  nach ihrer eigenen Logik mit der Herstellung vollautomatischer Waffen enden werden. Gegen diesen Wahnsinn gibt es nur eine vernünftige, völkerrechtskonforme und menschliche Lösung: Abrüsten! Im aktuellen Fall: Nein zu bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr.