Drei Jecke sind los … zum Jeisterzoch
Das Motto des diesjährigen Geisterzuges war:
„Allerhühste Zick för en andere Wunnungspolitik – mer könne nit all em Dom schlofe!“
Wir, drei Jecke von der DFG VK Köln, haben schnell geschaltet, zack unser Frieden-Schild, Kufiya, Bärenohren, Minipli mitgenommen.

Na, weil selbst die beste aller Wohnungspolitiken nix vermag, wenn alle Bürger-Knete (Steuergelder) die Aufrüstung frisst … ätsch, nix bezahlbarer, gar sozialer Wohnraum …
Und weil das Resultat von Aufrüstung, Krieg, vorhandene Bleiben- egal … Haus, Zelt, Unterstand … zerstört.
Wer’s nicht glaubt, schaut sich die wenigen, schrecklichen Bilder aus Gaza an (in Deutschland sind selbst viele der „linken“ Augen auf dem Auge blind aber vielleicht schielen sie auch nur? ).
In Gaza steht fast nix mehr. Ein graues Grauen, ein Alptraum … alle Existenz in purer Not, Angst, Gewalt, in Hunger …
In Solidarität für diese Menschen die mitgenommene Kufiya – All eyes on Gaza, all eyes on Palestine.

Menschen können nicht in Frieden wohnen, wenn den bösen Nachbarn (Imperialisten, Kapitalisten, Zionisten …) Menschen wie Dreck sind.
Und wir, wir können nicht alle im Dom wohnen.
Aber, alle könn(t)en prima wohnen, überall auf der Welt, wenn wir uns alle um den Frieden kümmern würden.
Wendeten wir die vorhandenen Ressourcen und unser Augenmerk darauf, wandelte sich alles nutzbare Bargeld in blühende Landschaften (haha … nee, nix wie bei Kohl und Konsorten!).
Humttatahumttata … wie naiv. Nicht wahr ?!
Also … zurück zum Geisterzug.

Da stießen wir, genauer unser kleiner Aufzug mit dem leuchtenden Frieden, auf eine begeisterte Menge. Echt, das galt uns – nun ja, dem Frieden.
Meine Güte! Soviel Applaus, Daumen hoch, und supersuper … so viele Fotos …
Tatsache, unser Leucht-Frieden war ein shooting 🙂 Star.

Die Begeisterung über unseren Star war bei einer (einzigen) Dame eingeschränkt:
„… aber nicht um jeden Preis ?!“
Den Frieden meinte sie.
Ich sagte, „äh … doch !! Um jeden.“
Und so meine ich es immer noch.
Inzwischen weiß doch jeder, der nicht zwölf ist, dass keine Fahne groß genug ist, alles in ihrem Namen ausgelöschte Leben, alle erstickte Hoffnung zu überdecken.
Dass in ausnahmslos jedem Krieg, die widerwärtigste, boshafteste Seite der menschlichen Natur zum Vorschein und zum Tragen kommt … das ist, was der Geisterzug von Abermillionen Kriegstoten flüstert, Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt aufs Neue.
Derzeit sind sie aber echt sooo grässlich laut …
Shut up !!
Humttatahumttata…

Text: Thespina Lazaridu
Fotos: Herbert Sauerwein, Amelie Klein, Thespina Lazaridu

