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Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft 27. 1. 2015

KZ Auschwitz befreit                                                                           27. 1. 1945
Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus                          27. 1. 2015

Dienstag, 27. Januar 2015, 17.30 Uhr, AntoniterCityKirche, Schildergasse

ca. 19.00 Uhr: Mahngang zum Museum für angewandte Kunst.
Dogan Akhanli, Schriftsteller
Es wirken mit:
Elfi Scho-Antwerpes
Bürgermeisterin der Stadt Köln
Maria Amann, Schauspielerin
Axel Gottschick, Schauspieler
Josef Tratnik, Schauspieler
Markus Reinhardt Ensemble

KölnKultur in Trümmern
2015 gedenken wir aller Opfer der NS-Diktatur, indem wir den Blick auf diejenigen Köl-
nerinnen und Kölner lenken, die als Kulturschaffende in ihrer künstlerischen Produkti-
vität gehindert, ins Exil oder in den Tod getrieben wurden. Wir erinnern damit auch an
die Schwierigkeit eines kulturellen Neuanfangs nach dem Nationalsozialismus.
Bereits 1933 erhielten jüdische Malerinnen und Maler und solche, die sich gegen die neuen
Machtverhältnisse engagierten, keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr. Vertreter und
Vertreterinnen der Neuen Musik fanden kaum noch Gehör. Viele jüdische Virtuosinnen und Vir-
tuosen sowie Komponisten wurden deportiert und ermordet, sofern sie nicht rechtzeitig ins
Exil gingen. Musiker der Roma und Sinti durften ihren Beruf nicht mehr ausüben, auch von ihnen
wurden viele deportiert. Theaterstücke wurden nach völkischen Inhalten ausgewählt; politi-
sches Kabarett war ab 1933 mundtot gemacht. Schriftstellerinnen und Schriftsteller mussten
erleben, wie ihre Bücher in Flammen aufgingen.
Wer sich nicht dem diktatorischen Kultursystem anpasste, musste verstummen.
Freie Kulturinstitutionen wurden verboten oder geschlossen, Kunstwerke teilweise schon
vor den Kriegsjahren ausgelagert.
Nach dem Ende der Nazidiktatur lagen Opernhäuser und Museen in Trümmern. Beim Neu-
anfang des Kulturlebens 1945 herrschte eine geistig-moralische Orientierungslosigkeit. Kul-
turschaffende, die die Lagerhaft im KZ überlebt hatten, waren traumatisiert und oft sprachlos.
Auch die aus einem Versteck oder aus der Emigration Zurückkehrenden trugen Geschich-
ten von rassistisch oder politisch motivierter Verachtung und menschlichen Verlusten mit, die
sich nur schwer ausdrücken ließen. Es wollte sie aber auch niemand hören.
In den frühen Nachkriegsmonaten gab es durchaus einen ‚Hunger nach Kultur’. In den
Kunstwerken und Ausstellungen erfolgte in Köln zunächst eine Hinwendung zur christ-
lichen Kunst und zu zeitlos-existentiellen Themen. Eine Auseinandersetzung mit Ursachen
und eine Übernahme der Verantwortung für die Gräuel der NS-Herrschaft und des Krieges fan-
den zunächst nicht statt. Sie wurden verdrängt. Die Diffamierung der Moderne als entartet hat-
te noch lange Wirkung. Aber auch die Darstellung von Gegenwartsthemen mit ästhetischen
Mitteln berührte nicht – den widrigen Alltag wollte das Publikum nicht dargestellt haben.
Die Flucht aus der Realität verband sich mit der Ablehnung von gegenständlicher Kunst, die als
engagierte Kunst in Köln vor 1933 ihren Platz gehabt hatte.
Einige wenige äußerten ihren Unmut über diese Verdrängung und die scheinbare kollektive
Schuldlosigkeit in Texten und Kunstwerken.
Der Schwur der Überlebenden des KZ Buchenwald: „Die Vernichtung des Nazismus
mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und
der Freiheit ist unser Ziel“ ist ein Vermächtnis an uns alle und hat auch heute nichts
an Aktualität verloren. Wir sind aufgefordert, einen Beitrag zu leisten, dass Menschen
unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben, ihren Lebensumständen gewaltfrei,
anerkannt und ökonomisch abgesichert in Köln leben und sich kreativ ausdrücken
können. Das gilt auch für die, die zu uns kommen, weil sie in ihrer Heimat Hunger und
Krieg ausgesetzt sind. Erinnern an die Opfer der NS-Zeit leistet dazu einen Beitrag.

Projektgruppe Gedenktag
AK LSBTI im ver.di Bezirk – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln – Bündnis 90/Die
ViSdP: Malle Bensch-Humbach, Verein EL-DE-Haus; Mathias Bonhoeffer, Evangelische Gemeinde Grünen im Kölner Rat – Bündnis90/Die Grünen Köln – Bun-
desverband Information und Beratung für NS-Verfolgte – CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln – Centrum Schwule Geschichte – DFG/VK Köln – DGB Region
Köln-Bonn – Die Linke Köln – Die Linke. Fraktion im Rat der Stadt Köln – DKP Köln – Evangelische Gemeinde Köln – FDP Kreisverband Köln – Friedensbil-
dungswerk Köln e.V. – Friedensforum Köln – Geschichtswerkstatt Kalk – Jüdische Liberale Gemeinde Köln Gescher LaMassoret e.V. – Jugendclub Courage
Köln e.V. – Jungsozialisten Köln – Karl Rahner Akademie – Katholikenausschuss – Kölner Appell gegen Rassismus e.V. – Kölner Frauengeschichtsverein
– Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit – LAG Lesben in NRW – LSVD, Lesben- und Schwulenverband – Melanchthon-Akademie
– NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln – Pax Christi Köln – Rom e.V. – Schwules Netzwerk NRW – SPD Fraktion im Rat der Stadt Köln – SPD Köln –
Synagogen-Gemeinde Köln – ver.di AK Antifaschismus-Antidiskriminierung Köln – ver.di Bezirk Köln – Verein EL-DE-Haus e.V. – Vereinigung der Verfolgten
des Naziregime/Bund der Antifaschisten Köln – Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück

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