Zivilklausel: Hochschullehrer beendet Arbeit für Hochschule Bremen

Der Diplom-Psychologe Ralf E. Streibl, Lehrbeauftragter im Bereich „Informatik und Gesellschaft“ hat am 18. Mai 2016 mit einem Offenen Brief an die Rektorin der Hochschule Bremen, Frau Prof. Dr. Karin Luckey, seine langjährige Arbeit für die Hochschule beendet.

Die Hochschule Bremen hat einen dualen Informatikstudiengang in Kooperation mit der Bundeswehr eingerichtet. Streibl kritisiert,  dass dies der Zivilklausel widerspreche, welche die Hochschule 2012 bekräftigt habe. Desweiteren beruft er sich auf das so genannte Russell-Einstein-Manifest, ein Positionspapier, das 1955 von Albert Einstein, Bertrand Russell und weiteren Wissenschaftlern zur Verantwortung der Wissenschaft für den Frieden verfasst wurde. Streibl schreibt: „Wissenschafterlinnen und Wissenschaftler sind dem Rahmen (…), in dem sie tätig werden, nicht passiv-hilflos ausgesetzt. (Sie sind) (…) gefordert, sich proaktiv mit (…) der eigenen Verantwortung auseinanderzusetzen und sie müssen dann letztendlich für sich individuelle Entscheidungen treffen.“

Ralf E. Streibl ist im Beirat des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF). Seine in dem Offenen Brief ausgeführte Argumentation kann auch anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Anregung sein, sich mit der eigenen Rolle und Verantwortung auseinanderzusetzen. Die Universität zu Köln hat übrigens seit 2015 eine Zivilklausel.

 

 

 

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