Abrüstung

Atomwaffenalarm in der Kölner Innenstadt

Friedensaktivistinnen und -aktivisten haben gestern eine spektakuläre Aktion in der Kölner Innenstadt durchgeführt. Anlass war der Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August. Damit wollten die Aktivistinnen und Aktivisten auf die noch immer hohe Gefahr dur­­­ch Atomwaffen aufmerksam machen. Auch in Deutschland lagern noch 20 Atombomben. Organisiert wurde die Aktion von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und dem Netzwerk Friedenskooperative im Rahmen der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“.

Ausgerüstet mit gelben Strahlenschutzanzügen und Gasmasken zogen die rund 20 jungen Aktivistinnen und Aktivisten durch die Innenstadt von Köln. Sie trugen eine Atombombe vom Typ „B-61″ in Originalgröße (etwa 3,50 m lang) durch die belebten Straßen und stellten mit Strahlungsmessgeräten bei den vorbeilaufenden Passantinnen und Passanten die ausgetretene Strahlung fest.

Obwohl sich erst kürzlich 120 Staaten auf einen Vertrag zu einem generellen Verbot von Atomwaffen einigen konnten (Deutschland ist von den Verhandlungen ferngeblieben), lagern im Fliegerhorst Büchel in der Eifel weiterhin 20 US-Atomwaffen. Im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe der NATO stehen dafür extra ausgebildete deutsche Soldatinnen und Soldaten für den Abwurf dieser Massenvernichtungswaffen bereit. „Eine solche Bombe könnte das Leben hunderttausender Menschen im Großraum Köln innerhalb weniger Sekunden auslöschen und die gesamte Region für unzählige Jahrzehnte unbewohnbar machen. Zudem macht radioaktive Strahlung nicht vor Orts- und Landesgrenzen Halt“, erklärt Thorge Ott von der DFG-VK.

Am 6. bzw. 9. August jähren sich erneut die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, die rund 280.000 Menschen das Leben gekostet haben. Auch 72 Jahre danach leiden die Menschen noch immer an den Folgen dieses schrecklichen Verbrechens.

Die Gefahren, die von Atomwaffen ausgehen, sind noch längst nicht gebannt. „Die rund 15.000 Atomwaffen, die noch immer in den Arsenalen der Atommächte lagern, sind 15.000 zu viel. Mit unserer Aktion konnten wir viele Menschen auf die große Gefahr, die von Atomwaffen ausgeht, aufmerksam machen. Zum Glück war es nur ein Straßentheater und kein Ernstfall“, sagt Kathi Müller, eine der Organisatorinnen der Protestaktion.

Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern schon lange den sofortigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und ein weltweites Verbot. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts aus dem Jahr 2016 spricht sich dafür auch eine überwältigende Mehrheit der Deutschen aus. Diese Meinung spiegelte sich auch in den Reaktionen der Passantinnen und Passanten während der Aktion in Köln.

 

Für Fragen zur gestrigen Aktion steht Marvin Mendyka telefonisch unter 0157-56284015 sowie per Mail unter m.mendyka@friedenskooperative.de zur Verfügung.

Weitere Bilder von der Aktion sind hier.

Pressemitteilung der Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen & Netzwerk Friedenskooperative, Stuttgart/Bonn/Köln